Die ETRTO-Größe lesen
ETRTO steht für European Tire and Rim Technical Organization, die Organisation hinter dem genormten Größenmaß für Reifen und Felgen. Die Größe besteht aus zwei Zahlen in Millimetern. Die erste nennt die Reifenbreite, die zweite den Durchmesser der Felge, auf die der Reifen gehört.
Die zweite Zahl muss exakt zur Felge passen. Die Zollangaben allein sind unzuverlässig, weil sie sich auf unterschiedliche Messpunkte beziehen. Vergleichen Sie deshalb immer die ETRTO-Nummer auf dem alten Reifen mit der auf dem neuen. Auch bei kleinen Laufrädern gilt dasselbe System: Ein Faltreifen und ein weiterer Reifen tragen ihre Maße nach demselben Muster.
Welche Breite passt
Die erste ETRTO-Zahl nennt die Nennbreite. Die tatsächliche Breite hängt von der Felge ab: Auf einer breiten Felge wird derselbe Reifen breiter als auf einer schmalen. Entscheidend ist der Platz im Rahmen. Der Reifen muss zwischen die Gabelholme, die Sitz- und Kettenstreben und bei Felgenbremsen auch unter die Bremsarme passen. Rechnen Sie auf jeder Seite einige Millimeter Luft ein, bei Fahrten auf Schotter und Matsch mehr.
Die Felgenbreite begrenzt die sinnvolle Reifenbreite. Ein sehr schmaler Reifen auf einer sehr breiten Felge wird überdehnt, ein sehr breiter Reifen auf einer schmalen Felge bekommt eine Tropfenform und kann sich von der Felge lösen. Die Hersteller geben für jede Felgenbreite einen empfohlenen Reifenbereich an. Wer den alten Reifen durch einen breiteren ersetzen will, misst zuerst den freien Raum zwischen den Streben und prüft, ob die Felge den breiteren Reifen trägt.
Neben der Breite unterscheidet der Aufbau die Reifen. Ein Drahtreifen hat einen Stahldraht im Wulst, ist günstig und steif, wie der Drahtreifen mit 47-406. Ein Faltreifen nutzt einen Kevlar-Wulst, wiegt weniger und lässt sich klein zusammenlegen, kostet aber mehr. Für City- und Tourenräder genügt ein Drahtreifen, für sportliche Räder lohnt der Faltreifen.
Schlauch oder Tubeless
Bei einem Reifen mit Schlauch hält der Innenschlauch die Luft, der Reifen bildet nur die äußere Hülle. Tubeless bedeutet, dass Reifen und Felge zusammen luftdicht sind und Dichtmilch im Inneren kleine Löcher sofort verschließt. Tubeless verlangt eine tubeless-fähige Felge und einen tubeless-fähigen Reifen oder einen Umbausatz mit Felgenband, Ventil und Dichtmilch.
Tubeless lohnt sich vor allem im Gelände und auf Schotter. Der niedrigere Luftdruck verringert das Risiko von Durchschlägen, und kleine Pannen schließen sich während der Fahrt. Dafür ist die Montage aufwendiger, und die Dichtmilch muss alle paar Monate aufgefüllt werden. Im Mountainbike-Bereich ist Tubeless inzwischen Standard: Der Schwalbe Rocket Ron ist in verschiedenen Größen als Tubeless-Easy-Variante erhältlich, montiert also ohne Schlauch.
Für Stadt und Alltag reicht ein Schlauch meist. Viele City- und Trekkingreifen haben eine Pannenschutzschicht unter dem Profil, die Glas und Dornen abhält. Ein Schlauch ist günstig, einfach zu wechseln und braucht keine Pflege. Achten Sie beim Kauf darauf, dass der Schlauch zur Reifenbreite passt: Ein Schlauch deckt nur einen bestimmten Breitenbereich ab.
Profil und Untergrund
Das Profil entscheidet über Grip und Rollwiderstand. Glatte Reifen rollen auf Asphalt am leichtesten und halten am längsten. Stollenreifen greifen auf losem Untergrund, im Matsch und auf Waldwegen, rollen auf Asphalt aber schwerer und lauter. Dazwischen liegen Semi-Slicks mit glatter Mitte und Stollen an den Schultern, die für gemischte Strecken taugen.
Die Entscheidung richtet sich nach dem Hauptuntergrund. Wer überwiegend auf Asphalt fährt, nimmt einen glatten oder halbglatten Reifen. Für regelmäßige Waldwege und Feldwege sind Stollen die richtige Wahl. Wer beides gleich viel fährt, wählt einen Semi-Slick oder einen Gravelreifen, der für Schotter und Asphalt ausgelegt ist. City- und Trekkingreifen kombinieren oft ein mittiges Profil mit Pannenschutz, Tourenreifen bieten zusätzlich mehr Grip auf unbefestigten Wegen.
Luftdruck und Herstellergrenzen
Auf der Reifenflanke stehen der minimale und der maximale Luftdruck. Diese Grenzen sind verbindlich: Unter dem Minimum drohen Durchschläge, bei denen der Schlauch zwischen Reifen und Felge gequetscht wird, und Felgenschäden. Über dem Maximum kann der Reifen von der Felge springen. Der richtige Druck liegt innerhalb dieses Bereichs und hängt vom Fahrergewicht, der Reifenbreite und dem Untergrund ab.
E-Bikes fahren wegen des höheren Gesamtgewichts eher am oberen Ende des zulässigen Bereichs. Kontrollieren Sie den Druck regelmäßig, Reifen verlieren über Wochen spürbar Luft. Bei Tubeless-Reifen sinkt der Druck schneller, und die Dichtmilch muss nachgefüllt werden.
Häufige Fragen
Was bedeutet die ETRTO-Größe?
Die ETRTO-Größe nennt Breite und Felgendurchmesser in Millimetern. Die zweite Zahl muss zur Felge passen, die erste bestimmt die Breite. Zollangaben sind ungenau und ersetzen die ETRTO-Nummer nicht.
Kann ich breitere Reifen montieren?
Nur wenn Rahmen und Felge genug Platz bieten. Messen Sie den Abstand zwischen den Streben und rechnen Sie einige Millimeter Luft ein. Bei Felgenbremsen müssen auch die Bremsarme Platz lassen.
Was kostet ein Fahrradreifen?
Einfache Drahtreifen gibt es laut Preisvergleich für Fahrradreifen günstig, hochwertige Modelle kosten mehr. Der Preis hängt von Breite, Pannenschutz, Faltwulst und Tubeless-Ausstattung ab.
Wann lohnt sich Tubeless?
Tubeless lohnt sich bei Gelände- und Gravelfahrten, weil kleine Pannen selbst abdichten und der Druck niedriger sein darf. Für Stadt und Alltag ist ein Schlauch einfacher und günstiger.
Kernaussagen
- ETRTO-Nummer zuerst prüfen: Die zweite Zahl muss exakt zur Felge passen; die Zollangabe allein reicht nicht.
- Breite vor dem Kauf messen: Der Reifen braucht Platz im Rahmen und zur Felge; rechnen Sie auf jeder Seite einige Millimeter Luft ein.
- Profil nach dem Hauptuntergrund wählen: Glatte Reifen rollen auf Asphalt besser, Stollen greifen im Gelände, Semi-Slicks eignen sich für beides.
- Tubeless für Gelände, Schlauch für Alltag: Tubeless dichtet kleine Pannen ab, verlangt aber passende Felgen und Pflege; für Stadt und Tour reicht ein Schlauch.
- Druckgrenzen auf der Flanke einhalten: Unter dem Minimum drohen Durchschläge, über dem Maximum kann der Reifen von der Felge springen.























