Der richtige Reifendruck beim Fahrrad

Der richtige Reifendruck hängt von Ihrem Gewicht und der Reifenbreite ab, nicht von der Zahl auf der Reifenflanke. Für die meisten Rennräder mit 25 bis 28 Millimeter breiten Reifen sind etwa 4 bis 6 bar richtig. Wer den Druck nach Gefühl aufpumpt, riskiert höheren Rollwiderstand, schlechtere Bodenhaftung und mehr Pannen.

Gewicht und Reifenbreite bestimmen den Druck

Der Reifen trägt das Gesamtgewicht aus Fahrer, Gepäck und Fahrrad. Ein schwererer Fahrer braucht mehr Druck, damit der Reifen nicht zu stark einfedert. Ein breiterer Reifen verteilt das Gewicht auf mehr Fläche und braucht weniger Druck als ein schmaler. Deshalb gibt es keine Zahl, die für alle passt. Tabellen und Rechner helfen, den genauen Wert für Ihre Kombination aus Gewicht und Reifenbreite herauszufinden, auch wenn vorne und hinten unterschiedliche Reifen montiert sind.

Zu viel oder zu wenig Reifendruck

Zu viel Druck fühlt sich anfangs schnell an. Auf normalem Asphalt kostet er aber Grip, Komfort und Tempo. Der Reifen federt Unebenheiten nicht ab. Das Rad springt, und der Fahrer verliert Kontakt zur Fahrbahn. Zu wenig Druck erhöht den Rollwiderstand, weil sich der Reifen stärker verformt. Außerdem steigt das Pannenrisiko, weil der Schlauch zwischen Felge und Reifen leichter eingeklemmt wird. Der passende Druck liegt in der Mitte: fest genug für wenig Rollwiderstand, weich genug für Grip und Komfort.

Richtwerte für Rennräder

Früher waren 8 bar bei Rennrädern üblich. Moderne Rennräder fahren mit deutlich weniger Druck und sind dadurch schneller, komfortabler und sicherer. Bei 25 bis 28 Millimeter breiten Reifen fahren die meisten Fahrer heute mit 4 bis 6 bar. Bei einem modernen Rennrad mit 28-Millimeter-Reifen sind 4 bis 5,5 bar der übliche Bereich. Für andere Fahrradtypen wie Mountainbikes, Trekkingräder oder E-Bikes gelten andere Werte, weil die Reifen breiter sind und das Fahrzeuggewicht anders verteilt ist.

Reifendruck mit Manometerpumpe einstellen

Eine Pumpe mit Manometer hat eine Druckanzeige. Während Sie pumpen, zeigt sie den aktuellen Druck an. So stellen Sie den gewünschten Wert ein, ohne nach Gefühl zu raten.

Zuerst prüfen Sie, welches Ventil Ihr Reifen hat. Bei einem französischen Ventil (Presta) öffnen Sie die kleine Überwurfmutter an der Ventilspitze, bevor Sie die Pumpe aufsetzen. Bei einem Autoventil (Schrader) müssen Sie nichts vorbereiten. Danach setzen Sie den Pumpenkopf fest auf das Ventil und lesen den aktuellen Druck am Manometer ab.

Pumpen Sie dann in kurzen Zügen und beobachten Sie die Anzeige. Sobald der Wert im empfohlenen Bereich für Ihre Reifenbreite und Ihr Gewicht liegt, hören Sie auf. Ziehen Sie den Pumpenkopf ab und prüfen Sie kurz, ob am Ventil Luft entweicht. Bei einem Presta-Ventil schließen Sie die Überwurfmutter wieder.

Reifendruck regelmäßig prüfen

Aus einem Reifen entweicht pro Monat bis zu 1 bar Luft. Wer selten fährt, sollte den Druck vor jeder längeren Fahrt prüfen. Wer regelmäßig fährt, sollte ihn mindestens alle zwei Wochen prüfen. Die Prüfung dauert mit einer Manometerpumpe nur wenige Sekunden: Pumpe aufsetzen, Wert ablesen, bei Bedarf nachpumpen. So vermeiden Sie, dass Sie mit zu wenig Druck fahren, ohne es zu merken.