Fahrradreifen: Die richtige Größe, Breite und der passende Reifentyp

Der passende Fahrradreifen hängt vor allem vom Fahrrad, vom Untergrund und vom gewünschten Fahrverhalten ab. Ein Reifen für tägliche Wege in der Stadt braucht andere Eigenschaften als ein Mountainbike-Reifen für weiche Waldwege oder ein Rennradreifen für schnelle Asphaltfahrten.

Vor dem Kauf sollten Sie deshalb fünf Punkte prüfen:

  1. Reifengröße und Felgenkompatibilität
  2. Einsatzbereich und Untergrund
  3. Reifenbreite und zulässiger Luftdruck
  4. Verhältnis von Pannenschutz, Komfort und Rollwiderstand
  5. Besonderheiten bei E-Bikes, Pedelecs und Lastenrädern

Einen besten Fahrradreifen für alle Fahrräder gibt es nicht. Ein schwerer Reifen mit starkem Pannenschutz eignet sich gut für den täglichen Arbeitsweg, wirkt an einem sportlichen Rennrad aber unnötig träge. Ein leichter Reifen mit geringem Rollwiderstand passt zu schnellen Touren, bietet bei schwerer Beladung jedoch nicht automatisch genügend Reserven.

Die richtige Reifengröße finden

Die vollständige Größenangabe auf der Reifenflanke ist entscheidender als die Zollbezeichnung. Auf einem Reifen können beispielsweise folgende Angaben stehen:

  • 28 Zoll
  • 700 × 40C
  • 40-622

Die Angabe 40-622 stammt aus dem ETRTO- beziehungsweise ISO-System und beschreibt die Reifengröße in Millimetern:

  • 40 steht für die nominelle Reifenbreite.
  • 622 bezeichnet den Durchmesser des Reifenwulstes, der in der Felge sitzt.

Die Zollangabe ist weniger eindeutig. Reifen mit 28 und 29 Zoll verwenden beispielsweise häufig denselben Felgendurchmesser von 622 Millimetern. Trotzdem passen nicht alle Reifen mit derselben Zollbezeichnung auf dieselbe Felge.

Beispiel für den Reifentausch

Steht auf dem alten Reifen 37-622, muss der neue Reifen ebenfalls den Felgendurchmesser 622 besitzen. Eine abweichende Breite wie 40-622 oder 42-622 kommt infrage, wenn:

  • Rahmen und Gabel genug Platz bieten,
  • Schutzbleche nicht am Reifen schleifen,
  • die Felgenbreite zum Reifen passt,
  • Bremsen und Laufrad genug Abstand lassen,
  • der Reifenhersteller die Kombination freigibt.

Die neue Reifenbreite sollte daher nicht allein nach der Zollgröße ausgewählt werden. Messen Sie den vorhandenen Platz am Fahrrad und prüfen Sie die Angaben von Fahrrad-, Felgen- und Reifenhersteller.

Welche Reifenbreite passt zu welchem Fahrrad?

Die folgenden Werte dienen als Orientierung. Sie ersetzen keine technische Freigabe für das einzelne Fahrrad.

Fahrradtyp Häufige Reifenbreite Typischer Schwerpunkt
Rennrad etwa 25 bis 32 Millimeter geringes Gewicht und guter Leichtlauf
Gravelbike etwa 35 bis 50 Millimeter Asphalt- und Schottertauglichkeit
City- und Trekkingrad etwa 37 bis 52 Millimeter Komfort, Alltag und Pannenschutz
E-City- und E-Trekkingrad etwa 42 bis 60 Millimeter Stabilität, Tragfähigkeit und Schutz
Mountainbike etwa 54 bis 61 Millimeter und mehr Traktion und Kontrolle im Gelände

Breitere Reifen bieten mehr Luftvolumen und können Unebenheiten komfortabler überrollen. Auf schlechten Straßen verbessert das häufig den Kontakt zum Untergrund. Ein breiter Reifen ist deshalb nicht automatisch langsamer. Rollwiderstand und Fahrgefühl hängen außerdem von der Karkasse und der Gummimischung ab. Auch Profil, Luftdruck, Gewicht und Untergrund beeinflussen beide.

Für ein Trekkingrad kann ein Reifen der Größe 47-622 deutlich komfortabler sein als ein schmaler Reifen der Größe 32-622. Er passt aber nur dann, wenn Rahmen, Gabel, Felge und Schutzbleche dafür ausgelegt sind.

Reifenbreite nach Einsatz auswählen

Die Breite sollte zum häufigsten Untergrund passen:

  • Überwiegend Asphalt: schmaler bis mittelbreiter Reifen mit glatter oder fein strukturierter Lauffläche
  • Asphalt und Feldwege: mittelbreiter Reifen mit glattem Mittelbereich und profilierten Seiten
  • Schotter und Waldwege: breiter Reifen mit stabiler Karkasse und ausgeprägteren Seitenstollen
  • Weicher Boden und Matsch: grobes, selbstreinigendes Profil.
  • Kopfsteinpflaster und schlechte Straßen: möglichst viel Reifenvolumen mit einem passenden, eher niedrigen Druck.

Für tägliche Wege mit einem City- oder Trekkingrad sind mittelbreite Reifen mit ausgewogenem Pannenschutz meist eine gute Wahl. Bei häufigem Gepäck, einem schweren E-Bike oder einem Lastenrad sollte die zulässige Tragfähigkeit besonders wichtig sein.

Das Reifenprofil muss zum Untergrund passen

Das Profil beeinflusst Traktion, Geräusch, Rollwiderstand und Fahrgefühl. Ein glatter Reifen bietet auf festem Asphalt ausreichend Kontakt. Stark ausgeprägte Stollen bringen dort häufig mehr Geräusch und Walkarbeit, ohne einen entsprechenden Vorteil zu liefern.

Auf losem oder weichem Untergrund greifen Profilblöcke besser in den Boden. Seitenstollen unterstützen die Führung in Kurven. Für wechselnde Strecken aus Asphalt und festen Feldwegen eignen sich Reifen mit einer relativ glatten Lauffläche und profilierten Randbereichen.

Die Aussage „mehr Profil bedeutet mehr Sicherheit“ führt deshalb zu kurz. Entscheidend ist, ob Gummimischung, Profil und Luftdruck zum Untergrund passen.

Reifendruck richtig einstellen

Der Luftdruck beeinflusst Sicherheit, Komfort, Rollwiderstand, Traktion und Lebensdauer des Reifens. Den zulässigen Druckbereich finden Sie auf der Reifenflanke. Der angegebene Höchstwert darf nicht überschritten werden.

Der passende Wert innerhalb dieses Bereichs hängt unter anderem ab von:

  • Fahrergewicht,
  • Gewicht des Fahrrads,
  • Gepäck,
  • Reifenbreite und Reifenvolumen,
  • Felgeninnenbreite,
  • Belastung von Vorder- und Hinterrad,
  • Untergrund,
  • Schlauch- oder Tubeless-System.

Das Hinterrad trägt bei vielen Fahrrädern einen größeren Teil des Gesamtgewichts. Es benötigt deshalb häufig etwas mehr Druck als das Vorderrad.

Orientierungswerte für Rennrad und Gravelbike

Für eine Person mit etwa 75 Kilogramm nennt der ADAC unter anderem folgende Richtwerte:

Fahrrad und Reifen Vorderrad Hinterrad
Rennrad, 25 Millimeter 7,0 bar 7,2 bar
Rennrad, 28 Millimeter 6,0 bar 6,2 bar
Gravelbike, 35 Millimeter 4,5 bar 4,7 bar

Diese Werte gelten als Orientierung. Mehr Systemgewicht, Gepäck, eine andere Felgenbreite oder ein rauer Untergrund verändern den sinnvollen Druck. Beginnen Sie mit einem Wert im freigegebenen Bereich und passen Sie ihn in kleinen Schritten an.

Eine Luftpumpe mit Manometer erleichtert die Kontrolle. Der ADAC weist darauf hin, dass Fahrradreifen bis zu etwa 1 bar pro Monat verlieren können. Prüfen Sie den Luftdruck deshalb regelmäßig und besonders vor längeren Fahrten.

Folgen von zu niedrigem Luftdruck

  • höherer Rollwiderstand auf glattem Asphalt,
  • schwammiges Lenk- und Kurvenverhalten,
  • höheres Risiko für Durchschläge,
  • sogenannte Snakebites am Schlauch durch das Aufschlagen auf die Felge,
  • mögliche Schäden an Reifenflanke und Felge.

Folgen von zu hohem Luftdruck

  • geringerer Komfort,
  • weniger Traktion auf unebenen Wegen,
  • härteres Fahrverhalten,
  • mehr Belastung für Hände, Rücken und Fahrrad,
  • erhöhtes Sicherheitsrisiko, wenn Reifen, Felge und Druck nicht zusammenpassen.

Bei E-Bikes empfiehlt der ADAC wegen des höheren Systemgewichts als grobe Orientierung etwa 10 Prozent mehr Druck als bei einem vergleichbaren Fahrrad. Maßgeblich bleiben die Mindest- und Höchstwerte auf der Reifenflanke sowie die Angaben des Fahrradherstellers.

Pannenschutz, Komfort und Rollwiderstand abwägen

Ein Fahrradreifen muss mehrere Anforderungen gleichzeitig erfüllen. Mehr Pannenschutz bringt häufig zusätzliches Gewicht. Eine besonders robuste Schutzlage kann den Reifen weniger geschmeidig machen. Leichte Sportreifen rollen dagegen oft sehr gut, verlangen aber mehr Aufmerksamkeit bei Druck und Streckenwahl.

Zum Pannenschutz tragen mehrere Bauteile bei:

  • Schutzlage unter der Lauffläche,
  • Karkasse,
  • Reifenflanken,
  • Gummimischung,
  • ein passender Schlauch,
  • korrektes Felgenband,
  • ausreichender Luftdruck.

Ein schwerer Alltagsreifen ist sinnvoll, wenn täglich Glasscherben, schlechte Wege oder lange Strecken ohne Reparaturmöglichkeit zu erwarten sind. Ein leichter Reifen eignet sich eher für sportliche Fahrten, bei denen geringes Gewicht und ein direktes Fahrgefühl wichtiger sind.

Kein Fahrradreifen ist vollständig pannensicher. Auch ein stark geschütztes Modell kann durch einen langen Fremdkörper, eine beschädigte Seitenwand oder einen Durchschlag ausfallen.

Fahrradreifen nach Einsatzgebiet

Für Citybike und tägliches Pendeln

Für den Stadtverkehr eignen sich häufig Reifen mit:

  • etwa 37 bis 50 Millimetern Breite,
  • glatter bis fein profilierter Lauffläche,
  • gutem Durchstichschutz,
  • stabilen Seitenwänden,
  • Reflexstreifen für bessere Sichtbarkeit bei Dunkelheit.

Ein robuster Reifen lohnt sich besonders, wenn der Ausbau des Laufrads durch Nabenschaltung, Nabendynamo oder Hinterradmotor aufwendig ist. Ein etwas höheres Gewicht fällt im Alltag meist weniger ins Gewicht als eine häufige Panne.

Für Trekkingrad und Radreisen

Für Touren und Reisen sind etwa 40 bis 55 Millimeter breite Reifen häufig ein guter Ausgangspunkt, sofern das Fahrrad diese Breite zulässt. Achten Sie auf:

  • ausgewogenen Pannenschutz,
  • ausreichende Tragfähigkeit,
  • stabile Karkasse,
  • gute Laufeigenschaften auf Asphalt,
  • leichtes Profil an den Seiten,
  • Platz für Gepäck und Schutzbleche.

Bei einer Reise mit viel Gepäck sollte der Luftdruck an das höhere Gesamtgewicht angepasst werden. Prüfen Sie auch die maximale Belastung von Reifen und Laufrad.

Für Gravelbike

Gravelreifen liegen häufig zwischen 35 und 50 Millimetern Breite. Die Profilwahl richtet sich nach dem Asphaltanteil:

  • Viel Asphalt: glattes oder semislickartiges Profil
  • Gemischte Strecken: leicht profilierte Lauffläche mit Seitenstollen
  • Lose Wege und Matsch: stärker ausgeprägte Profilblöcke

Tubeless bietet sich bei sportlichen Gravel-Einsätzen an, wenn Felge und Reifen kompatibel sind und Sie die notwendige Wartung übernehmen möchten. Ein reiner Leichtbau-Gravelreifen bietet in der Regel weniger Reserven gegen Pannen als ein schwerer Alltagsreifen.

Für Rennrad

Rennradreifen sind meist schmaler und auf geringen Rollwiderstand ausgelegt. Reifen mit 28 Millimetern Breite bieten auf vielen Straßen mehr Komfort als 25-Millimeter-Reifen, sofern Rahmen und Felgen diese Größe freigeben.

Für Training und Alltag ist ein ausgewogener Reifen mit gutem Pannenschutz häufig geeigneter als ein reiner Wettkampfreifen. Bei schlechten Straßen, Nässe und längeren Fahrten sollten Komfort und Zuverlässigkeit stärker gewichtet werden als das geringstmögliche Gewicht.

Für Mountainbike

Mountainbike-Reifen besitzen meist ein deutlich gröberes Profil. Die Stollen greifen in weichen Boden und unterstützen die Kontrolle auf Wurzeln, Steinen und losem Untergrund. Auf Asphalt erhöhen sie den Rollwiderstand und machen das Fahren anstrengender.

Für viele Mountainbikes ist eine unterschiedliche Bereifung an Vorder- und Hinterrad sinnvoll:

  • Vorderreifen mit stärkerem Seitenhalt für Lenkung und Kurven,
  • Hinterreifen mit guter Traktion und ausreichendem Durchschlagschutz.

Ein niedriger Luftdruck verbessert die Bodenhaftung. Gleichzeitig steigt das Risiko eines Durchschlags. Tubeless kann dieses Risiko verringern, ersetzt aber keine passende Druckeinstellung.

Die wichtigsten Reifentypen

Drahtreifen

Der Drahtreifen besteht aus Reifenmantel und Schlauch. Ein Draht im Reifenwulst hält ihn an der Felge. Bei einer Panne wird in der Regel der Schlauch repariert oder ausgetauscht, während der Mantel weiterverwendet werden kann.

Vorteile:

  • große Auswahl für City-, Trekking-, Renn- und Mountainbikes,
  • meist günstiger Preis,
  • einfache Ersatzteilversorgung,
  • unkomplizierte Reparatur mit Ersatzschlauch oder Flickzeug.

Drahtreifen sind häufig schwerer als Faltreifen, eignen sich für den Alltag aber sehr gut.

Faltreifen

Beim Faltreifen ersetzt ein flexibler Wulstkern aus Kunststoff oder Aramid den starren Draht. Der Reifen lässt sich zusammenlegen und ist meist leichter.

Vorteile:

  • geringeres Gewicht,
  • platzsparender Transport,
  • häufig geschmeidige Karkasse,
  • bei sportlichen Reifen weit verbreitet.

Je nach Modell sind Faltreifen teurer oder bei der Montage etwas anspruchsvoller.

Tubeless-Reifen

Tubeless-Reifen werden ohne Schlauch gefahren. Dafür müssen Reifen, Felge, Felgenband und Ventil luftdicht zusammenarbeiten. Dichtmilch verschließt kleine Einstiche während der Fahrt.

Mögliche Vorteile:

  • geringeres Risiko für klassische Snakebites,
  • niedrigerer Druck bei sportlichen Einsätzen,
  • mehr Komfort und Traktion,
  • Dichtmilch verschließt kleine Löcher häufig selbstständig.

Nachteile:

  • höhere Anforderungen an Felge und Montage,
  • regelmäßige Kontrolle und Erneuerung der Dichtmilch,
  • aufwendigere Reparatur bei größeren Schäden,
  • für lange Touren ist zusätzliche Notfallausrüstung sinnvoll.

Tubeless ist deshalb besonders im Mountainbike- und Gravelbereich verbreitet. Für ein City- oder Trekkingrad bringt ein Schlauchsystem häufig die einfachere Wartung.

Schlauchreifen

Beim Schlauchreifen ist der Schlauch fest mit der Reifenhülle verbunden. Der Reifen wird auf eine passende Felge geklebt oder mit einem speziellen Kitt befestigt.

Schlauchreifen werden vor allem im professionellen Radsport eingesetzt. Montage und Reparatur erfordern Erfahrung. Für den normalen Alltag sind Drahtreifen, Faltreifen oder ein kompatibles Tubeless-System meist praktischer.

Besonderheiten bei E-Bikes und Lastenrädern

Ein E-Bike-Reifen muss zum höheren Systemgewicht und zur höheren Durchschnittsgeschwindigkeit passen. Prüfen Sie daher:

  • zulässige Tragfähigkeit,
  • maximalen Luftdruck,
  • verstärkte Karkasse,
  • Pannenschutz,
  • Freigabe für die Felge und das Fahrrad,
  • Geschwindigkeitsfreigabe bei schnellen Pedelecs.

Die Bezeichnung „E-Bike-Reifen“ allein reicht für die Auswahl nicht aus. Ein verstärkter Reifen ist oft schwerer. Für ein leichtes Pedelec mit sportlichem Einsatz kann ein normaler Fahrradreifen die bessere Wahl sein, wenn der Hersteller ihn freigibt.

Bei Lastenrädern zählen Tragfähigkeit und Systemfreigabe besonders stark. Reifen, Felge, Speichen, Achse und zulässiges Gesamtgewicht müssen zusammenpassen. Der maximale Druck des Reifens allein sagt nichts über die zulässige Gesamtlast des Fahrrads aus.

Wann muss ein Fahrradreifen gewechselt werden?

Warten Sie mit dem Reifenwechsel nicht bis zur nächsten Panne. Ein Austausch ist ratsam bei:

  • Rissen in der Seitenwand,
  • porösem oder stark gealtertem Gummi,
  • sichtbaren Karkassenfäden,
  • tiefen Schnitten,
  • Beulen oder Verformungen,
  • stark abgenutzter Lauffläche,
  • beschädigter Schutzlage,
  • wiederkehrenden Pannen trotz richtigem Luftdruck.

Manche Rennradreifen haben Verschleißindikatoren, die den notwendigen Wechsel anzeigen. Da diese Markierungen nicht jeder Reifen hat, kontrollieren Sie regelmäßig die gesamte Lauffläche und die Seitenwände. Die Seitenwand altert häufig früher als die Mitte der Lauffläche.

Reifen richtig montieren und kontrollieren

Nach dem Aufziehen sollte der Reifen zunächst mit wenig Luft geprüft werden. Achten Sie auf folgende Punkte:

  1. Der Reifenwulst sitzt rundum gleichmäßig in der Felge.
  2. Der Schlauch liegt vollständig im Reifen und ist nicht eingeklemmt.
  3. Felgenband und Ventil sitzen korrekt.
  4. Der Reifen weist keine Beulen oder ungleichmäßigen Stellen auf.
  5. Rahmen, Gabel, Bremse und Schutzbleche haben ausreichend Abstand.
  6. Der Luftdruck liegt im freigegebenen Bereich.

Prüfen Sie bei einem Reifenwechsel auch Felgenband, Ventilloch und Felgenbett. Scharfe Kanten oder beschädigte Stellen können trotz eines neuen Reifens erneut zu Pannen führen.

Nachhaltigkeit bei Fahrradreifen

Materialherkunft und Lebensdauer gewinnen beim Reifenkauf an Bedeutung. Einige Hersteller verwenden recycelte oder erneuerbare Rohstoffe und veröffentlichen dazu eigene Ökobilanzen.

Als Beispiel nennt Schwalbe für den Green Marathon in einer aktuellen Produktdarstellung 80 Prozent recycelte und erneuerbare Rohstoffe sowie einen um 41 Prozent geringeren CO₂-Fußabdruck gegenüber dem Vorgängermodell. Die Angabe bezieht sich auf eine bestimmte Produktgröße und die Berechnung des Herstellers. Sie lässt sich deshalb nicht automatisch auf jede Größe oder jeden anderen Fahrradreifen übertragen.

Für eine bessere Umweltbilanz zählt außerdem eine lange Nutzungsdauer. Ein Reifen mit passendem Druck, regelmäßiger Kontrolle und ausreichendem Pannenschutz muss seltener ersetzt werden. Entsorgen Sie alte Reifen nach den örtlichen Vorgaben und verwenden Sie sie nicht weiter, wenn Gummi oder Karkasse sichtbar beschädigt sind.

Häufige Irrtümer bei Fahrradreifen

Schmale Reifen rollen immer schneller

Der Rollwiderstand hängt auch von Luftdruck, Karkasse, Gummimischung, Gewicht und Untergrund ab. Auf glattem Asphalt kann ein schmaler Reifen Vorteile haben. Auf rauem Untergrund kann ein breiter Reifen Unebenheiten effizienter überrollen.

Ein glatter Reifen rutscht bei Nässe automatisch

Auf Asphalt sorgt ein glatter Fahrradreifen nicht automatisch für weniger Haftung. Entscheidend sind unter anderem Gummimischung, Luftdruck, Fahrweise und Straßenzustand. Starkes Profil hilft vor allem auf losem oder weichem Untergrund.

Je höher der Luftdruck, desto schneller

Zu hoher Druck verschlechtert auf schlechten Wegen den Bodenkontakt und den Komfort. Der Druck muss zum Reifen, zur Last, zur Felge und zum Untergrund passen.

Pannenschutz macht einen Reifen unplattbar

Auch robuste Reifen können durch scharfe Fremdkörper, Seitenwandschäden oder Durchschläge beschädigt werden. Ein guter Pannenschutz senkt das Risiko, beseitigt es aber nicht.

E-Bike-Reifen passen zu jedem E-Bike

E-Bike-Reifen unterscheiden sich bei Tragfähigkeit, Karkasse und Geschwindigkeitsfreigabe. Die Reifenbreite und die technische Freigabe müssen weiterhin zum konkreten Fahrrad passen.

Kauf-Checkliste für Fahrradreifen

Notieren Sie vor dem Kauf die Angaben des alten Reifens und prüfen Sie anschließend:

  • ETRTO-Größe des alten Reifens,
  • Felgeninnenbreite,
  • maximale Reifenbreite von Rahmen und Gabel,
  • Abstand zu Schutzblechen und Bremsen,
  • Fahrer-, Fahrrad- und Gepäckgewicht,
  • den überwiegenden Untergrund,
  • gewünschten Pannenschutz,
  • bevorzugtes Schlauch- oder Tubeless-System,
  • zulässigen Druckbereich,
  • Tragfähigkeit bei E-Bike oder Lastenrad.

Schnelle Entscheidungshilfe

  • Stadt und Pendeln: mittelbreiter Reifen mit gutem Durchstichschutz
  • Trekking und Radreisen: ausgewogener Reifen mit Tragfähigkeit und Komfort
  • Schnelle Asphaltfahrten: geschmeidiger Reifen mit geringem Rollwiderstand
  • Gravel: Breite und Profil passend zum Anteil von Asphalt, Schotter und Matsch
  • Mountainbike: grobes Profil, passende Karkasse und ausreichend Traktion
  • E-Bike und Lastenrad: Tragfähigkeit, Druckbereich und Herstellerfreigaben zuerst prüfen

FAQ zu Fahrradreifen

Wie finde ich heraus, welcher Reifen auf mein Fahrrad passt?

Lesen Sie die vollständige Größenangabe auf der Reifenflanke ab, zum Beispiel 40-622. Der Felgendurchmesser muss übereinstimmen. Für eine andere Breite müssen zusätzlich Rahmen, Gabel, Felge, Bremsen und Schutzbleche geprüft werden.

Wie oft sollte ich den Luftdruck kontrollieren?

Kontrollieren Sie den Druck mindestens alle zwei bis vier Wochen und vor längeren Fahrten. Bei einem Fahrrad mit schleichendem Druckverlust, hoher Beladung oder häufigem Einsatz ist eine häufigere Kontrolle sinnvoll.

Sind breitere Fahrradreifen bequemer?

Breitere Reifen bieten mehr Luftvolumen und können Unebenheiten besser ausgleichen. Der Komfort steigt, wenn der Druck zur Reifenbreite, zum Gewicht und zum Untergrund passt.

Was ist für den Alltag besser: Drahtreifen oder Faltreifen?

Drahtreifen sind häufig günstiger und robust. Faltreifen sparen Gewicht und Platz. Für tägliche Wege zählt meist der gewünschte Pannenschutz stärker als das geringere Gewicht eines Faltreifens.

Lohnt sich Tubeless für ein Citybike?

Für ein Citybike lohnt sich Tubeless vor allem dann, wenn Sie bereits kompatible Laufräder besitzen und den zusätzlichen Wartungsaufwand übernehmen möchten. Ein Schlauchsystem ist im Alltag meist einfacher zu reparieren.

Wie viel Profil braucht ein Fahrradreifen?

Auf Asphalt reicht eine glatte oder fein strukturierte Lauffläche. Für Schotter, Waldwege und weiche Böden verbessern Profilblöcke und Seitenstollen die Kontrolle. Das Profil sollte deshalb zum häufigsten Untergrund passen.