Für den Arbeitsweg, Einkäufe und Wochenendtouren brauchen Sie ein Elektrorad, dessen Typ, Sitzposition und Zuladung zu Ihren Fahrten passen. Prüfen Sie zuerst Strecken und Transportbedarf, vergleichen Sie dann Reichweite, Gewicht und Ausstattung und machen Sie eine Probefahrt.
Im Alltag steht „E-Bike“ meist für ein Pedelec, dessen Motor beim Treten unterstützt. Ein S-Pedelec unterstützt bis 45 km/h; dafür gelten in Deutschland andere Verkehrs- und Versicherungsvorschriften. Klären Sie vor dem Kauf, welcher Typ zu Ihnen passt.
Wählen Sie den passenden Radtyp
Für kurze Wege in der Stadt eignet sich ein Stadtrad mit gut erreichbarem Lenker, bequemer Sitzposition und alltagstauglicher Ausstattung. Achten Sie darauf, dass Sie leicht auf- und absteigen und im Stand sicher anhalten können. Für Einkäufe zählen außerdem Gepäckträger und eine passende Befestigung für Taschen oder Körbe.
Wenn Sie mit dem Rad zur Arbeit fahren und längere Ausflüge machen, ist ein Trekkingrad eine naheliegende Wahl. Es ist auf gemischte Strecken ausgelegt und bietet Platz für Gepäck. Prüfen Sie, ob die Sitzposition auch nach längerer Fahrt bequem bleibt und ob die Gänge zu den Steigungen auf Ihren Strecken passen.
Ein E-Mountainbike passt, wenn Sie regelmäßig auf unbefestigten Wegen oder anspruchsvollen Strecken fahren. Auf überwiegend asphaltierten Wegen bietet seine Bauart keinen besonderen Vorteil. Wenn Sie Kinder oder schwere Einkäufe transportieren, kommt ein Lastenrad infrage. Prüfen Sie dabei besonders, ob der Hersteller einen Kindersitz oder Anhänger erlaubt und ob das zulässige Gesamtgewicht ausreicht.
Pedelec oder S-Pedelec?
Ein Pedelec unterstützt nur, solange Sie treten. Bei den üblichen Modellen endet die Motorunterstützung bei 25 km/h. Nach deutschem Recht gelten sie unter bestimmten technischen Voraussetzungen nicht als Kraftfahrzeuge. Dazu gehören Anforderungen an die Nenndauerleistung, also die Leistung, die der Motor dauerhaft abgibt. Außerdem muss die Unterstützung mit der Geschwindigkeit abnehmen und spätestens bei 25 km/h enden. Auch eine Schiebehilfe bis 6 km/h fällt darunter.
Ein S-Pedelec unterstützt bis 45 km/h und gilt als Kraftfahrzeug. Dafür gelten eigene Anforderungen, unter anderem zu Fahrerlaubnis, Versicherung, Helm und Radwegen. Übertragen Sie die Regeln für ein Pedelec nicht auf ein S-Pedelec. Für Pedelecs bis 25 km/h besteht in Deutschland keine gesetzliche Helmpflicht; ein Helm ist dennoch sinnvoll.
Prüfen Sie die Passform
Die richtige Rahmengröße hängt neben Ihrer Körpergröße auch von Ihren Körpermaßen und der Bauart des Rads ab. Ein Größenrechner hilft bei der Vorauswahl, ersetzt aber keine Probefahrt. Sie sollten Lenker, Bremshebel und Display bequem erreichen und beim Anhalten sicher mit den Füßen den Boden erreichen können.
Achten Sie auf eine Sitzposition, in der Sie längere Zeit entspannt fahren. Ein tiefer Einstieg erleichtert das Auf- und Absteigen, während eine stärker nach vorn geneigte Position je nach Radtyp sinnvoll sein kann. Entscheidend ist, dass Sie sich beim Fahren und Rangieren sicher fühlen.
Nutzen Sie die Probefahrt
Fahren Sie das Rad auf einer Strecke, die Ihrem Alltag ähnelt. Testen Sie den Motor beim Anfahren, an einer Steigung und beim langsamen Fahren. Die Unterstützung sollte sich für Sie gut dosieren lassen und aufhören, wenn Sie nicht mehr treten. Ein Trittfrequenzsensor erkennt vor allem, dass Sie die Pedale bewegen. Ein Drehmomentsensor berücksichtigt zusätzlich, wie kräftig Sie treten. Achten Sie auch darauf, ob die Motorunterstützung zu Ihrem Fahrgefühl passt.
Fahren Sie auch eine kurze Strecke ohne Motorunterstützung. So merken Sie, wie schwer sich das Rad fahren lässt, wenn der Akku leer ist oder Sie den Motor ausschalten. Prüfen Sie Bremsen und Schaltung bei niedriger Geschwindigkeit und am Berg. Wenn Sie das Rad regelmäßig über Treppen tragen oder in einen Zug heben müssen, probieren Sie das Anheben direkt aus.
Planen Sie Akku und Reichweite
Die Reichweite hängt von der Akkukapazität und den Fahrbedingungen ab. Steigungen, Gegenwind und Temperatur spielen dabei ebenso eine Rolle wie Zuladung, Gangwahl und Unterstützungsstufe. Herstellerangaben sind deshalb Orientierungswerte und kein Versprechen für jede Fahrt. Der ADAC nennt für gemischte Fahrbedingungen eine grobe Spanne von etwa 50 bis 100 Kilometern mit einer Ladung. Die tatsächliche Reichweite fällt je nach Rad und Strecke unterschiedlich aus.
Berechnen Sie Ihren Bedarf anhand der üblichen Hin- und Rückfahrt. Berücksichtigen Sie dabei Steigungen und Gepäck und planen Sie eine Reserve ein. Die Kapazität des Akkus wird in Wattstunden angegeben. Ein größerer Wert bedeutet mehr gespeicherte Energie, lässt sich aber nicht direkt in eine feste Kilometerzahl umrechnen.
Prüfen Sie auch, wo Sie laden können. Ein entnehmbarer Akku ist praktisch, wenn das Rad in einem Keller, Hof oder Fahrradraum ohne Steckdose steht. Fragen Sie nach der Ladezeit mit dem mitgelieferten Ladegerät, der Verfügbarkeit eines passenden Ersatzakkus und den Garantiebedingungen. Wenn Sie das Rad im Winter in einem kalten Raum abstellen, kann es hilfreich sein, den Akku zum Laden und Lagern mitzunehmen.
Achten Sie auf Gewicht und Zuladung
Das zulässige Gesamtgewicht umfasst das Rad, die fahrende Person und die Ladung. Rechnen Sie Gepäck sowie Kindersitz oder Transportausrüstung mit ein und prüfen Sie die Herstellerfreigaben für Zubehör. Bei einem Anhänger sollten Sie zusätzlich klären, ob das Rad dafür zugelassen ist.
Das Gewicht des Rads entscheidet auch darüber, wie leicht Sie es schieben, wenden und abstellen können. Ein schweres Modell fällt im Alltag besonders auf, wenn Sie es regelmäßig anheben oder über eine Schwelle bewegen müssen. Prüfen Sie deshalb nicht nur die Motorunterstützung, sondern auch, wie sich das Rad ohne Motor und beim Rangieren verhält.
Rechnen Sie Folgekosten ein
Der Kaufpreis ist nur ein Teil der langfristigen Kosten eines Elektrorads. Zur Ausstattung zählen beispielsweise Beleuchtung, Schutzbleche und Gepäckträger. Prüfen Sie außerdem, ob eine Werkstatt in Ihrer Nähe das Antriebssystem warten kann und ob Verschleiß- und Ersatzteile erhältlich sind.
Der ADAC nennt für einen neuen Ersatzakku eine Preisspanne von 300 bis 800 Euro. Der konkrete Betrag hängt vom Modell und Antriebssystem ab. Fragen Sie deshalb vor dem Kauf nach einem passenden Ersatzakku und dessen Verfügbarkeit. Der Branchenverband ZIV meldete für 2025 einen durchschnittlichen Verkaufspreis von 2.550 Euro für E-Bikes in Deutschland. Der Wert beschreibt den Durchschnitt. Er setzt kein notwendiges Mindestbudget und gibt keine Preisempfehlung für ein bestimmtes Rad.
Prüfen Sie das Rad vor dem Kauf
Bevor Sie sich entscheiden, sollten Sie die wichtigsten Angaben und Ihr Fahrgefühl zusammen betrachten:
- Passt das Rad zu Ihren üblichen Strecken und zur gewünschten Sitzposition?
- Fährt es sich mit und ohne Motorunterstützung angenehm?
- Reichen Reichweite und Lademöglichkeit für Hin- und Rückfahrt mit Reserve?
- Passen Fahrergewicht, Gepäck und Zubehör zum zulässigen Gesamtgewicht?
- Können Sie das Rad sicher bremsen, rangieren und bei Bedarf anheben?
- Gibt es einen passenden Ersatzakku und eine erreichbare Werkstatt?
Lithium-Ionen-Akkus laden Sie mit einem vom Hersteller zugelassenen Ladegerät und nach der Bedienungsanleitung. Für längere Lagerung empfiehlt die Verbraucherzentrale einen Ladezustand von 30 bis 60 Prozent und einen trockenen Ort bei 10 bis 20 °C. Arbeiten Sie nicht selbst an einem heruntergefallenen oder sichtbar beschädigten Akku, sondern wenden Sie sich an einen Fachbetrieb.
