Kinder-Mountainbike: Größe und Gewicht

Beim Kauf eines Kinder-Mountainbikes entscheiden Radgröße und Gesamtgewicht über Fahrspaß und Sicherheit. Die Radgröße bestimmt, ob Ihr Kind sicher auf- und absteigen und den Boden erreichen kann. Ob es das Rad selbstständig heben, schieben und kontrollieren kann, hängt vom Gewicht ab.

Ein zu großes oder zu schweres Rad macht jede Fahrt zur Qual und erhöht das Sturzrisiko. Mit wenigen Maßen und einer einfachen Gewichtsprobe finden Sie das passende Rad. Teure Spezialmodelle brauchen Sie dafür nicht.

Die richtige Radgröße bestimmen

Die Radgröße ist das wichtigste Kriterium, wichtiger als die Rahmenhöhe. Bei Kinderrädern wird die Größe fast immer über den Laufraddurchmesser in Zoll angegeben. Die Zuordnung zur Körpergröße ist eine grobe Orientierung, denn die Beinlänge variiert von Kind zu Kind stärker als die Gesamtkörpergröße.

Am zuverlässigsten messen Sie die Schrittlänge. Stellen Sie Ihr Kind ohne Schuhe mit dem Rücken an eine Wand und messen Sie den Abstand vom Boden bis zum Schritt. Vergleichen Sie diese Schrittlänge mit der empfohlenen Sitzhöhe des Rades. Als Faustregel gilt: Ihr Kind sollte mit beiden Füßen flach auf dem Boden stehen können, wenn es auf dem Sattel sitzt. Bei einem Mountainbike, das auch im Gelände gefahren wird, ist ein sicherer Stand wichtiger als eine möglichst große Schrittlänge.

Achten Sie auch auf den Abstand zwischen Oberrohr und Schritt. Wenn Ihr Kind mit beiden Füßen auf dem Boden steht, sollte zwischen dem Rahmenoberrohr und dem Schritt eine Lücke von mindestens fünf Zentimetern bleiben. So verhindern Sie, dass sich Ihr Kind bei einem Sturz am Rahmen verletzt.

Warum das Gewicht so wichtig ist

Das Gewicht eines Kinder-Mountainbikes ist der zweite entscheidende Faktor und wird oft unterschätzt. Ein Rad, das für einen Erwachsenen mit normalem Körpergewicht unproblematisch ist, kann für ein Kind mit viel geringerem Körpergewicht eine große Belastung sein. Das Kind muss das Rad nicht nur fahren, sondern auch anheben, über Hindernisse tragen und bei langsamer Fahrt im Gleichgewicht halten.

Als grobe Orientierung gilt: Das Rad sollte nicht mehr als etwa ein Drittel des Körpergewichts Ihres Kindes wiegen. Viele günstige Kinder-Mountainbikes sind jedoch deutlich schwerer, weil sie stabile Stahlrahmen und einfache Komponenten haben. Ein zu schweres Rad macht Ihr Kind schnell müde, es verliert die Kontrolle und die Lust am Fahren.

Woran Sie ein leichtes Rad erkennen

Das Gewicht eines Kinder-Mountainbikes hängt vor allem von drei Bauteilen ab: Rahmen, Laufräder und Federgabel. Ein Aluminiumrahmen ist deutlich leichter als ein Stahlrahmen. Bei den Laufrädern sparen Sie Gewicht, wenn die Felgen aus Aluminium statt aus Stahl sind. Eine Federgabel ist bei Kinderrädern oft mehr Dekoration als Funktion: Sie wiegt zusätzlich und federt bei geringem Körpergewicht kaum. Für den Einstieg und für Fahrten auf befestigten Wegen reicht eine starre Gabel völlig aus. Wenn Ihr Kind später wirklich ins Gelände will, können Sie auf ein Rad mit hochwertiger Federgabel umsteigen.

Ein einfacher Test im Laden: Heben Sie das Rad selbst an. Wenn Sie es mit einer Hand problemlos tragen können, ist es für ein Kind im Grundschulalter wahrscheinlich geeignet. Besser noch: Lassen Sie Ihr Kind das Rad selbst anheben und ein Stück schieben. Wenn es dabei sichtbar kämpft, ist das Rad zu schwer, egal wie gut es aussieht.

Bremsen, Schaltung und Reifen

Neben Größe und Gewicht gibt es einige Details, die den Alltag mit dem Kinder-Mountainbike erleichtern. Die Bremsen sollten für kleine Hände leicht zu betätigen sein. Viele Kinderräder haben Rücktrittbremsen, die für den Einstieg sinnvoll sind. Für ein Mountainbike, das auch bergab gefahren wird, sind jedoch zwei Handbremsen besser, weil sie sich besser dosieren lassen. Achten Sie darauf, dass die Bremsgriffe nah am Lenker liegen und Ihr Kind sie mit ausgestreckten Fingern erreichen kann.

Die Schaltung sollte einfach sein. Eine Kettenschaltung mit vielen Gängen überfordert Kinder oft und ist störanfällig. Eine Nabenschaltung mit drei bis sieben Gängen ist wartungsärmer und für Kinder leichter zu bedienen. Wenn Ihr Kind noch nie mit einer Schaltung gefahren ist, reicht ein Rad mit einer überschaubaren Gangzahl völlig aus.

Die Reifenbreite beeinflusst den Grip. Breitere Reifen mit Profil geben auf Schotter und Waldboden mehr Halt. Für den Einstieg sind Reifen mit einer mittleren Breite ein guter Kompromiss zwischen Grip und Rollwiderstand. Zu breite Reifen machen das Rad schwerer und träger.

Das Rad wächst mit: Sinnvolle Anpassungen

Ein Kinder-Mountainbike muss nicht jedes Jahr neu gekauft werden. Mit ein paar Anpassungen können Sie die Nutzungsdauer verlängern. Der Sattel lässt sich in der Höhe verstellen, und auch der Lenker kann bei vielen Modellen höher gesetzt werden. So wächst das Rad ein Stück mit, wenn Ihr Kind größer wird.

Achten Sie beim Kauf darauf, dass Sattel und Lenker einen ausreichenden Verstellbereich haben. Ein Rad, bei dem der Sattel nur wenige Zentimeter verstellbar ist, wird schnell zu klein. Auch der Vorbau, also das Bauteil, das den Lenker mit der Gabel verbindet, lässt sich bei manchen Rädern austauschen, um den Lenker höher oder weiter vorne zu positionieren.

Wichtig ist, dass Sie die Grenze der Verstellbarkeit nicht überschreiten. Wenn Ihr Kind den Sattel auf die höchste Stufe stellen muss und trotzdem mit angewinkelten Beinen fährt, ist das Rad zu klein. Ein zu großes Rad, bei dem Ihr Kind nur mit den Zehenspitzen den Boden erreicht, ist ebenfalls gefährlich. Am besten ist ein Rad, das in der Mitte des Verstellbereichs passt und noch nach oben und unten verstellt werden kann.