Damit Ihr Kind ein Kinder-Mountainbike sicher kontrolliert und gern fährt, müssen Größe, Gewicht und Bremsen passen. Die Zollangabe beschreibt ungefähr den Raddurchmesser, sagt aber nicht, ob Rahmen, Sitzhöhe und Bremshebel zum Kind passen.
Messen Sie Körpergröße und Innenbeinlänge, vergleichen Sie die Werte mit den Angaben zum konkreten Modell und lassen Sie Ihr Kind probefahren. Ein leichtes Rad lässt sich leichter anfahren und aufheben. Die Bremshebel müssen erreichbar sein und sich kräftig genug betätigen lassen.
Die passende Größe finden
Nutzen Sie die Laufradgröße als erste Orientierung, nicht als Kaufregel. Die Größentabellen des ADAC überlappen: Für 20-Zoll-Räder nennt der Club je nach Übersicht etwa 115 bis 130 oder 125 bis 140 Zentimeter Körpergröße. Solche Angaben beziehen sich auf Kinderfahrräder allgemein. Bei Mountainbikes unterscheiden sich Rahmen und Sitzhöhe je nach Hersteller und Modell.
Messen Sie auch die Innenbeinlänge. Das Kind steht dafür ohne Schuhe aufrecht; ein Buch wird waagerecht bis in den Schritt geschoben. Messen Sie vom Boden bis zur Oberkante des Buchs. Vergleichen Sie das Ergebnis mit der vom Hersteller angegebenen Sitzhöhe des Wunschmodells.
Die Sitzhöhe wird von der Mitte der Kurbelachse bis zur Oberkante des Sattels gemessen. Die Anprobe bleibt entscheidend: Rahmenform und Sattelstütze bestimmen mit, welche Sitzhöhe tatsächlich erreichbar ist.
Bei der Probefahrt sollte Ihr Kind sicher auf- und absteigen, den Lenker ohne starkes Vorstrecken erreichen und die Bremshebel greifen können. Prüfen Sie auch, ob es das Rad im Stand kontrolliert. Anfänger fühlen sich mit einem tiefer eingestellten Sattel oft sicherer, weil sie sich leichter abstützen können. Mit wachsender Fahrpraxis sollte der Sattel eine passende Tretposition ermöglichen. Kaufen Sie das Rad nicht deutlich zu groß, damit Ihr Kind hineinwächst: Ein zu langer oder hoher Rahmen erschwert Kontrolle und Bremsen.
Das Gewicht richtig vergleichen
Ein leichtes Mountainbike lässt sich leichter anheben, schieben und beschleunigen. Das Verhältnis zum Körpergewicht macht den Unterschied anschaulich: Bei einem 20 Kilogramm schweren Kind wiegt ein 10-Kilogramm-Rad die Hälfte des Körpergewichts. Der Hersteller woom empfiehlt für Kinder-Mountainbikes als Faustregel ein Radgewicht von höchstens 35 bis 40 Prozent des Körpergewichts. Das ist eine Herstellerempfehlung, keine allgemeingültige Norm.
Achten Sie beim Vergleich darauf, ob Pedale und Zubehör im angegebenen Gewicht enthalten sind. Die Produktseite des woom OFF AIR 4 nennt beispielsweise 9,2 Kilogramm ohne Pedale und ein zulässiges Gesamtgewicht von 50 Kilogramm. Das ist ein konkretes Modellbeispiel, kein Richtwert für alle 20-Zoll-Mountainbikes. Das zulässige Gesamtgewicht umfasst Rad, Kind und Gepäck; prüfen Sie daher auch, wie viel davon für Ihr Kind und die Ausrüstung bleibt.
Eine Federgabel ist bei einem Kinderrad nicht automatisch ein Vorteil. Sie erhöht das Gewicht und muss zum Körpergewicht des Kindes passen, damit sie beim Fahren tatsächlich arbeitet. BIKE rät bei kleinen Kinder-Mountainbikes bis 20 Zoll meist davon ab. Andere Fachberatungen ziehen die Grenze je nach Gewicht, Gelände und Fahrkönnen anders. Entscheiden Sie daher nach dem Einsatz: Für befestigte Wege ist eine Federgabel oft entbehrlich; bei anspruchsvollen Trails zählt, ob sie für das Kind passend abgestimmt ist.
Bremsen mit dem Kind prüfen
Die Bremshebel müssen zu den Händen Ihres Kindes passen. Lassen Sie es am konkreten Rad beide Hebel greifen und betätigen. Die Finger sollten die Hebel sicher erreichen, ohne dass sich das Kind stark strecken muss. Eine verstellbare Hebelweite, also ein einstellbarer Abstand zwischen Griff und Hebel, kann helfen. Sie gleicht aber weder eine falsche Rahmengröße noch zu hohe Bedienkräfte aus. Machen Sie vor dem Kauf auch eine Bremsprobe bei niedriger Geschwindigkeit auf ebener, freier Fläche.
Bei einer Felgenbremse drücken Bremsbeläge gegen die Felge. Eine Scheibenbremse bremst über eine Scheibe am Rad. Welche Bauart passt, hängt vom Einsatz und von der Bedienbarkeit ab. Für flache Wege kann eine leichte Felgenbremse genügen; für bergige Strecken oder einen Bikepark kommen Scheibenbremsen eher infrage. Die vorliegenden Vergleiche belegen keine allgemeine Rangfolge, die für jedes Kind und jedes Gelände gilt.
Auch Rücktritt- und Handbremsen werden unterschiedlich bewertet. Eine Rücktrittbremse wird durch Rückwärtstreten gebremst. Trek beschreibt sie für manche sehr jungen Anfänger als mögliche Lernhilfe. Stiftung Warentest berichtet aus einem Test kleiner 14-Zoll-Räder, dass Kinder mit Rücktrittbremsen teilweise schwerer dosieren konnten. Für ein Mountainbike sollten Sie deshalb besonders prüfen, ob Ihr Kind die vorhandenen Handbremsen sicher bedienen kann. Der Test der Stiftung Warentest untersuchte keine Mountainbikes, sondern elf 14-Zoll-Kinderfahrräder.
Soll das Rad auf öffentlichen Straßen fahren, prüfen Sie zusätzlich die vorgeschriebene Ausstattung. Dazu gehören zwei unabhängige Bremsen sowie Beleuchtung, Reflektoren und eine Klingel. Sportliche Mountainbikes sind nicht immer vollständig für den Straßenverkehr ausgerüstet.


