SAG am Mountainbike einstellen: So finden Sie den richtigen Luftdruck

Der SAG zeigt, wie weit Federgabel und Dämpfer unter Ihrem Körpergewicht einfedern. Ein falsch eingestellter SAG führt zu unruhigem Fahrverhalten, Durchschlägen oder zu wenig Vortrieb.

Sie messen den SAG an beiden Komponenten und passen den Luftdruck an. Das bringt mehr Komfort, Kontrolle und Vortrieb.

Was ist der SAG am Mountainbike und warum ist er wichtig?

SAG ist der Fachbegriff für das Einfedern der Federung im Stand. Er bezeichnet den Weg, den Gabel und Dämpfer unter Ihrem Körpergewicht zurücklegen, wenn Sie in normaler Fahrposition auf dem Bike sitzen oder stehen.

Dieser Negativfederweg ist entscheidend für das Fahrwerk. Er hält die Räder am Boden, lässt die Federung auf Schläge reagieren und sorgt dafür, dass der Reifen auf unebenem Untergrund Haftung behält. Ein korrekt eingestellter SAG bringt die Federung in den optimalen Bereich ihres Federwegs. So gleicht sie kleine Unebenheiten aus und hat genug Reserven für große Schläge, ohne durchzuschlagen.

Die richtige Vorbereitung: Werkzeug und Ausgangslage

Bevor Sie beginnen, brauchen Sie das richtige Werkzeug. Eine Dämpferpumpe mit Manometer zeigt den Luftdruck präzise an. Zusätzlich brauchen Sie ein SAG-Messgerät oder einen Kabelbinder, den Sie als Markierung an der Staubabstreifdichtung der Gabel oder am Dämpfer anbringen. Ein Maßband oder Lineal hilft Ihnen, den gemessenen Federweg in Prozent umzurechnen. Halten Sie die Bedienungsanleitung Ihres Fahrwerks bereit, denn sie enthält oft spezifische Empfehlungen.

Stellen Sie sicher, dass Ihr Bike für die Messung bereit ist. Der Reifendruck sollte dem entsprechen, den Sie normalerweise auf dem Trail fahren. Reinigen Sie die Tauchrohre der Gabel und die Kolbenstange des Dämpfers, damit die O-Ringe oder Kabelbinder leichtgängig sind und saubere Markierungen hinterlassen. Das Fahrwerk muss zu Beginn der Messung vollständig ausgefedert sein.

Schritt-für-Schritt-Anleitung zur SAG-Messung

So gehen Sie bei der Messung vor:

  1. Ausgangspunkt schaffen: Pumpen Sie Gabel und Dämpfer auf einen empfohlenen Ausgangsdruck. Diese Werte finden Sie oft in einer Tabelle auf dem Luftanschluss oder in der Anleitung des Herstellers. Notieren Sie sich die Werte.
  2. Messgerät anbringen: Schieben Sie den O-Ring oder Kabelbinder an der Gabel bis zur Staubabstreifdichtung. Am Dämpfer platzieren Sie ihn am äußersten Punkt der Kolbenstange, wenn sie vollständig ausgefahren ist.
  3. Einnehmen der Fahrposition: Stellen Sie sich mit Ihrer gesamten Ausrüstung auf das Pedal, sodass das Bike in normaler Fahrposition steht. Für die Messung am Hinterbau setzen Sie sich auf den Sattel. Für die Messung an der Gabel stehen Sie und verlagern Ihr Gewicht über den Lenker, ähnlich wie in der Angriffsposition. Bewegen Sie sich sanft auf und ab und kommen Sie dann zur Ruhe, ohne sich am Lenker oder an einer Wand festzuhalten.
  4. Ablesen des Messwerts: Steigen Sie vorsichtig ab, ohne das Fahrwerk zu entlasten. Der O-Ring oder Kabelbinder zeigt nun die Position des maximalen Einfederns. Messen Sie den Abstand zwischen diesem Ring und der Staubabstreifdichtung beziehungsweise dem Ausgangspunkt. Das ist Ihr SAG in Millimetern.
  5. Berechnung des SAG in Prozent: Teilen Sie den gemessenen SAG durch den gesamten Federweg Ihres Fahrwerks und multiplizieren Sie das Ergebnis mit 100.

Den richtigen SAG einstellen: So interpretieren Sie die Werte

Vergleichen Sie den gemessenen SAG-Wert mit dem empfohlenen Bereich. Als allgemeine Faustregel gelten für Mountainbikes folgende Werte:

  • Federgabel (Front): Ein SAG im Rahmen der Herstellervorgabe ist ein guter Ausgangspunkt für Trail- und Enduro-Einsätze.
  • Dämpfer (Heck): Am Heck ist ein höherer SAG als bei der Gabel üblich. Er sorgt für mehr Traktion und Komfort, kann aber die Tretlagerhöhe und die Geometrie des Bikes beeinflussen.

Weicht Ihr gemessener Wert vom Zielbereich ab, passen Sie den Luftdruck an. Ist der SAG zu gering, die Federung federt zu wenig ein, lassen Sie Luft ab. Ist der SAG zu hoch, die Federung federt zu stark ein, pumpen Sie Luft hinzu. Gehen Sie in kleinen Schritten von wenigen PSI vor und wiederholen Sie die Messung nach jeder Änderung. Diese Werte dienen nur als Richtlinie. Ihr Fahrstil, das Gelände und Ihre Vorlieben spielen eine große Rolle. Ein aggressiver Fahrer bevorzugt einen geringeren SAG für mehr Unterstützung, ein komfortorientierter Fahrer einen höheren.

Die Feineinstellung: Gabel und Dämpfer im Zusammenspiel

Gabel und Dämpfer beeinflussen sich gegenseitig. Stellen Sie sie nicht isoliert ein. Eine bewährte Reihenfolge ist: zuerst den Hinterbau, dann die Gabel. Der Hinterbau hat großen Einfluss auf die Fahrwerksgeometrie und die Balance des Bikes.

Nach der Grundeinstellung des SAG stellen Sie die Zug- und Druckstufe ein. Die Druckstufe regelt, wie schnell die Federung einfedert, die Zugstufe kontrolliert das Ausfedern. Diese Einstellungen lassen den SAG unverändert; sie bestimmen, wie sich das Fahrwerk während der Fahrt verhält. Beginnen Sie mit den vom Hersteller empfohlenen Grundeinstellungen und passen Sie sie an Ihr Fahrgefühl an. Wenn das Fahrwerk zu stark durchschlägt, erhöhen Sie die Druckstufe. Wenn es zu hart auf Schläge reagiert und nicht genug einfedert, verringern Sie sie. Die Zugstufe justieren Sie so, dass das Fahrwerk nach einem Schlag kontrolliert und ohne Nachfedern in seine Ausgangslage zurückkehrt.