S-Pedelec kaufen: Wann lohnen sich 45 km/h?

Ein S-Pedelec fährt mit Motorunterstützung bis 45 km/h und damit deutlich schneller als ein normales Pedelec mit 25 km/h. Rechtlich zählt es als Kleinkraftrad: Wer ein S-Pedelec kaufen will, braucht ein Versicherungskennzeichen, den Führerschein der Klasse AM und einen Helm. Radwege sind nur in Ausnahmefällen erlaubt.

Die höhere Geschwindigkeit lohnt sich vor allem für Pendler mit längeren Arbeitswegen, die regelmäßig Zeit sparen wollen. Für kurze Stadtfahrten und entspannte Touren bleibt ein 25-km/h-Pedelec die einfachere und günstigere Wahl.

Unterschied zum normalen Pedelec

Ein Pedelec mit 25 km/h gilt rechtlich als Fahrrad. Sie brauchen keinen Führerschein, kein Kennzeichen und keinen Helm. Sie dürfen Radwege benutzen und müssen keine Kfz-Versicherung zahlen. Ein S-Pedelec mit 45 km/h ist rechtlich ein Kleinkraftrad, genau wie ein Mofa. Deshalb gelten für das Fahren andere Regeln.

Der Motor des S-Pedelecs unterstützt bis 45 km/h, danach schaltet er ab. Sie treten weiter in die Pedale, aber ohne Unterstützung. Im Alltag bedeutet das: Auf freier Strecke halten Sie Geschwindigkeiten, die mit einem normalen Pedelec nur mit viel Kraftaufwand möglich sind.

Für wen sich 45 km/h lohnen

Die Zielgruppe für ein S-Pedelec sind Pendler mit langen Arbeitswegen. Wer täglich 20 Kilometer oder mehr pro Strecke fährt, spart mit 45 km/h echte Zeit. Auf freier Strecke ist der Vorsprung am größten. Im Stadtverkehr ist der Vorsprung kleiner, weil Ampeln und Kreuzungen das Tempo bestimmen.

Der zweite Vorteil ist das Ankommen ohne Schweiß. Der Fahrtwind kühlt bei 45 km/h, und wer die Motorunterstützung nutzt, muss nicht so stark treten wie auf einem normalen Rad. Für Menschen, die nach der Fahrt direkt ins Büro oder zu einem Termin müssen, ist das entscheidend.

Im Vergleich zum Auto sparen Sie sich Parkplatzsuche, Spritkosten und Staus auf den letzten Kilometern. Im Vergleich zu Bus und Bahn sind Sie unabhängig von Fahrplänen und Verspätungen und kommen von Tür zu Tür. Das gilt besonders dann, wenn der Arbeitsplatz außerhalb liegt und der Weg zur Haltestelle oder zum Parkplatz selbst Zeit kostet.

Für wen sich die 45 km/h nicht lohnen: Wer nur kurze Strecken in der Stadt fährt, wer Radwege nutzen möchte oder keine Lust auf Kennzeichen, Versicherung und Helm hat, fährt mit einem 25-km/h-Pedelec günstiger und unkomplizierter. Auch wer unsicher im Straßenverkehr ist, sollte bedenken, dass 45 km/h mehr Aufmerksamkeit, bessere Bremsen und mehr Fahrpraxis verlangen.

Kennzeichen, Helm und Führerschein

Ein S-Pedelec muss versichert sein. Sie brauchen ein Versicherungskennzeichen, das Sie bei einem Versicherer für Kleinkrafträder bekommen. Das Kennzeichen gilt jeweils ein Jahr und muss danach erneuert werden. Ohne gültigen Versicherungsschutz zu fahren ist eine Straftat.

Sie brauchen mindestens einen Führerschein der Klasse AM, also die Prüfbescheinigung für Mofas. Wer einen Autoführerschein der Klasse B hat, darf damit auch S-Pedelecs fahren. Das Mindestalter ist gesetzlich geregelt.

Helm ist Pflicht. Für Kraftfahrzeuge, die schneller als 20 km/h fahren, besteht Helmpflicht, und das S-Pedelec zählt dazu. Achten Sie auf einen Helm mit fester Passform und möglichst viel Abdeckung im Hinterkopfbereich. Außerdem braucht das S-Pedelec einen linken Rückspiegel und eine gültige Betriebserlaubnis, also die Genehmigung, das Fahrzeug im Straßenverkehr zu nutzen. Weil das Fahrzeug als Kraftfahrzeug gilt, gelten auch die Promillegrenzen aus dem Straßenverkehrsrecht. Allgemein gilt eine gesetzliche Promillegrenze, in der Probezeit eine strengere.

Wann Sie Radwege nutzen dürfen

Ein S-Pedelec gehört auf die Fahrbahn. Radwege sind für Fahrräder da, und ein S-Pedelec ist rechtlich keins. Sie dürfen einen Radweg nur dann benutzen, wenn ein Zusatzzeichen das ausdrücklich erlaubt. Das gilt innerorts und außerorts. Ohne diese Freigabe fahren Sie auf der Straße, auch wenn daneben ein breiter Radweg verläuft.

Außerorts ist die Regel besonders streng, weil viele Radwege dort schmal sind und schlechte Sicht bieten. Wer trotzdem auf einem nicht freigegebenen Radweg fährt, riskiert ein Bußgeld. Auch Fahrradstraßen sind in der Regel dem Radverkehr vorbehalten. Eine Freigabe für S-Pedelecs muss ausgeschildert sein.

Beim Kauf beachten

Der wichtigste Punkt ist die Reichweite. Bei dauerhaft 45 km/h verbraucht der Motor deutlich mehr Energie als bei 25 km/h, weil der Luftwiderstand mit der Geschwindigkeit stark steigt. Rechnen Sie damit, dass die tatsächliche Reichweite im Pendelalltag deutlich unter den Herstellerangaben liegt, besonders im Winter und bei Gegenwind. Planen Sie die Batterie so, dass sie für die komplette Strecke inklusive Rückweg reicht, oder klären Sie, ob Sie am Arbeitsplatz laden können.

Der zweite wichtige Punkt ist die praktische Ausstattung: Für den Arbeitsweg brauchen Sie Schutzbleche, einen Gepäckträger und eine fest installierte Beleuchtung. Achten Sie beim Probefahren darauf, wie stabil das Rad bei 45 km/h liegt und wie gut Sie die Bremsen dosieren können. Ein S-Pedelec, das bei hoher Geschwindigkeit unruhig läuft, ist für den täglichen Pendelweg ungeeignet.

Weil S-Pedelecs teuer sind, sollten Sie auch an sichere Abstellplätze denken. Ein gutes Schloss gehört dazu, idealerweise ein zweites für das Vorderrad. Eine Teilkaskoversicherung mit Diebstahlschutz lohnt sich, wenn Sie das Rad regelmäßig außer Haus abstellen. Vergleichen Sie die Beiträge für die Mopedversicherung, bevor Sie kaufen. Sie hängen vom Modell ab.

Achten Sie außerdem darauf, dass das Fahrzeug unverändert ist. Ein S-Pedelec, dessen Geschwindigkeitsbegrenzung manipuliert wurde, verliert die Betriebserlaubnis und den Versicherungsschutz. Das gilt auch für gebrauchte Räder: Fragen Sie nach der Betriebserlaubnis und prüfen Sie, ob das Rad original ist.