Lastenrad kaufen: Worauf Familien und Pendler achten müssen

Ein Lastenrad transportiert Kinder, Einkäufe, Werkzeug oder den Hund. Weil das Strampeln mit schwerer Ladung anstrengend ist, kaufen viele ein Lastenrad mit Elektromotor. Solche Räder kosten mehrere tausend Euro. Der ADAC prüfte 2022 elf E-Lastenräder. Nur wenige schnitten gut ab.

Wer ein Lastenrad kauft, sollte fünf Punkte prüfen: zulässiges Gesamtgewicht, Bremsen, Wendekreis, Abstellplatz und Probefahrt mit Beladung.

Das zulässige Gesamtgewicht prüfen

Das zulässige Gesamtgewicht ist die Summe aus dem Gewicht des Rades, der Fahrerin oder des Fahrers, den Mitfahrern und der Ladung. Wenn Sie das Eigengewicht des Rades abziehen, erhalten Sie die Zuladung, also das, was zusätzlich auf das Rad darf. Im Datenblatt steht meist nur das Gesamtgewicht. Dort sollten Sie nachsehen, bevor Sie sich für ein Modell entscheiden.

Für Familien ist dieser Wert schnell erreicht. Zwei Kinder, ein Erwachsener, ein paar Einkaufstüten und das Rad selbst ergeben zusammen ein Gewicht, das manches Modell an seine Grenze bringt. Wer regelmäßig zwei Kinder transportiert, braucht ein Rad, das diese Last ausdrücklich erlaubt. Für Pendler zählt die Rechnung ebenfalls: Laptop, Wechselkleidung, Brotzeit und ein Schloss summieren sich, und wer das Rad täglich belädt, sollte einen Puffer zur Zuladung lassen. Rechnen Sie Ihr eigenes Gewicht, das der Kinder und das übliche Ladegut zusammen und vergleichen Sie die Summe mit der Zuladung. Bleibt Luft, fährt sich das Rad stabiler und die Bremsen haben es leichter.

Starke Bremsen für schwere Räder

Ein Lastenrad mit zwei Kindern an Bord wiegt deutlich mehr als ein normales Fahrrad. Die Bremsen müssen diese Masse zuverlässig zum Stehen bringen. Hydraulische Scheibenbremsen sind bei Lastenrädern üblich, weil sie auch bei Nässe kräftig zupacken und wenig Kraft am Bremshebel brauchen. Achten Sie darauf, dass die Bremsen zum zulässigen Gesamtgewicht passen und nicht nur zum leeren Rad.

Bei Dreirädern lohnt ein genauer Blick auf die Bremsanlage, weil sie sich anders fahren als zweirädrige Modelle. Der ADAC hat im Test auch das Bremsverhalten bewertet. Die Ergebnisse fielen je nach Modell unterschiedlich aus. Fragen Sie den Händler, wie sich das Rad mit voller Beladung beim Bremsen verhält, und testen Sie die Bremsen bei der Probefahrt mit Gewicht. Wer oft an Steigungen parkt, sollte außerdem prüfen, ob das Rad eine Feststellbremse hat, die es am Wegrollen hindert.

Wendekreis im Alltag testen

Der Wendekreis zeigt, wie eng das Rad Kurven und Kehrtwenden schafft. Lastenräder mit einer Kiste vor dem Lenker sind lang. Ein großer Wendekreis ist auf engen Radwegen, in Fußgängerzonen und beim Wenden auf schmalen Wegen spürbar. Für Familien heißt das: Wer täglich durch eine enge Unterführung oder über einen schmalen Weg fährt, sollte ein Modell wählen, das sich auch mit Beladung gut lenken lässt.

Bei Dreirädern ist der Wendekreis oft kleiner, weil die zwei Räder das Rad stabil halten, aber das Lenkgefühl ist anders. Laut ADAC fährt sich das Chike E-Kids, der Testsieger unter den Dreirädern, am ehesten wie ein normales Fahrrad. Das Fahrgefühl lässt sich also nicht aus dem Datenblatt ablesen. Testen Sie das Wenden auf einem engen Platz, am besten mit Beladung, und achten Sie darauf, ob das Rad beim langsamen Fahren kippelt oder stabil steht.

Abstellplatz vor dem Kauf klären

Ein Lastenrad ist lang, schwer und teuer, und es passt nicht in jede Abstellanlage. Messen Sie vor dem Kauf, wo das Rad stehen soll: im Keller, in der Garage, im Hof oder auf dem Gehweg. Die meisten Lastenräder sind sehr schwer und lassen sich nicht einfach Treppen hochtragen. Wer das Rad draußen abstellen muss, braucht einen festen Anschließpunkt und ein robustes Schloss, denn ein Lastenrad ist für Diebe ein lohnendes Ziel.

Für Pendler ist entscheidend, ob der Arbeitgeber einen sicheren Abstellplatz bietet oder ob das Rad den ganzen Tag an einer Laterne steht. Für Familien gilt: Das Rad muss mit Kindersitz oder Regenverdeck in den Stellplatz passen und wetterfest sein, wenn es draußen steht. Manche Modelle lassen sich auf dem Heck aufstellen und brauchen dann weniger Stellfläche. Ob Ihr Wunschmodell das kann, sollten Sie vor dem Kauf klären.

Probefahrt mit Beladung machen

Eine Probefahrt ohne Ladung sagt wenig darüber, wie sich das Rad mit Kindern oder Einkäufen verhält. Testen Sie das Rad deshalb so, wie Sie es später nutzen wollen. Viele Händler legen Sandsäcke oder Gewichte in den Kasten, manche erlauben auch, die eigenen Kinder mitzubringen. Fahren Sie damit eine Strecke, die Ihrem Alltag entspricht: eine Steigung, eine enge Kurve, eine Bremsung aus moderatem Tempo.

Achten Sie bei der Probefahrt auf drei Dinge: ob der Motor an der Steigung genug Unterstützung bietet, ob das Rad mit Last stabil steht, wenn Sie es abstellen, und ob die Bremsen das Rad sicher zum Stehen bringen. Pendler sollten außerdem auf den Gepäckträger und die Befestigungsmöglichkeiten für Taschen achten. Familien sollten prüfen, ob die Kinder bequem sitzen und der Einstieg einfach ist. Ein Lastenrad, das sich mit voller Beladung unruhig anfühlt, wird auch nach dem Kauf nicht besser.