Fahrradwartung für Einsteiger: Die wichtigsten Handgriffe
Ein Fahrrad, das den Winter im Keller stand oder täglich zur Arbeit fährt, braucht regelmäßige Pflege. Wer Reifen, Bremsen, Kette, Licht und Schrauben in gutem Zustand hält, fährt sicherer und spart teure Reparaturen.
Die wichtigsten Kontrollen dauern nur wenige Minuten und erledigen Sie selbst. Eine Werkstatt-Inspektion ist etwa einmal im Jahr sinnvoll.
Reifen auf Druck und Schäden prüfen
Der Luftdruck entscheidet über Fahrkomfort, Grip und Pannenanfälligkeit. Prüfen Sie den Druck am besten wöchentlich oder vor längeren Fahrten. Der passende Druckbereich steht auf der Reifenflanke, meist in Bar und PSI angegeben. Eine Standpumpe mit Manometer ist dafür die zuverlässigste Lösung. Tankstellenkompressoren sind oft ungenau und pumpen schnell zu viel Luft in den Reifen. Zu viel Luft verschlechtert den Fahrkomfort und erhöht die Pannengefahr.
Schauen Sie sich außerdem den Reifen selbst an. Kleine Steinchen und Glassplitter, die in der Lauffläche stecken, entfernen Sie vorsichtig mit der Hand oder einer Pinzette. Risse in der Flanke und tiefe Schnitte sind ein Zeichen, dass der Reifen ersetzt werden sollte. Wenn Sie die Gewebeschicht oder den Schlauch durchscheinen sehen, ist der Reifen nicht mehr sicher.
Bremsen auf Funktion prüfen
Vor jeder Fahrt gehört ein kurzer Bremstest dazu. Ziehen Sie beide Bremshebel: Sie müssen spürbar Widerstand bieten und dürfen nicht bis zum Lenker durchziehen. Wenn ein Hebel durchrutscht oder sich schwammig anfühlt, stimmt etwas nicht.
Bei Felgenbremsen wie der V-Brake oder der Rennbremse kontrollieren Sie die Bremsbeläge. Viele Beläge haben eine Verschleißanzeige, etwa eine Rille, die mit der Zeit verschwindet. Ist die Rille kaum noch zu sehen, gehören neue Beläge drauf. Der Belag muss auf der Felge aufliegen und darf den Reifen nicht berühren. Bei Scheibenbremsen achten Sie auf ein Schleifgeräusch beim Bremsen und auf die Dicke der Beläge. Sind sie stark abgenutzt, tauschen Sie sie oder lassen Sie das in der Werkstatt machen. Trommel- und Magura-Bremsen funktionieren nach demselben Prinzip. Wenn Sie unsicher sind, überlassen Sie die Einstellung einer Fachperson.
Kette reinigen und ölen
Die Kette überträgt die Kraft vom Pedal auf das Hinterrad und nutzt sich bei jedem Tritt ab. Schmutz beschleunigt diesen Verschleiß, weil er wie Schmirgel zwischen den Kettengliedern wirkt. Eine verschmutzte Kette erhöht den Abrieb an Kette, Ritzeln und Kettenblättern.
Reinigen Sie die Kette regelmäßig mit einem Baumwolltuch, einer Bürste und einem Schaber, um den groben Schmutz zu lösen. Danach tragen Sie Kettenöl auf und wischen den Überschuss mit einem Tuch ab. Überschüssiges Öl zieht nur neuen Schmutz an. Kontrollieren Sie die Kette auch auf Rost und steife Glieder. Wenn die Kette stark gedehnt ist, hilft ein Kettenverschleißmessgerät, den Zustand zu prüfen. Ersetzen Sie eine verschlissene Kette, sonst leiden auch die Zahnräder.
Licht und Reflektoren testen
Die Beleuchtung ist nicht nur für die eigene Sicht da, sondern auch dafür, dass andere Sie sehen. Testen Sie vor jeder Fahrt, ob das Vorder- und Rücklicht leuchten. Bei Akku- oder Batterielichtern prüfen Sie den Ladezustand. Laden Sie sie regelmäßig nach, bevor sie leer sind. Bei Dynamos kontrollieren Sie Kabel und Steckverbindungen auf Beschädigungen.
Das Frontlicht muss so ausgerichtet sein, dass es die Straße vor Ihnen ausleuchtet und den Gegenverkehr nicht blendet. In Deutschland schreibt die Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO) vor, dass ein Fahrrad im Straßenverkehr ein weißes Frontlicht, ein rotes Rücklicht und Reflektoren hat. Wer ohne funktionierende Beleuchtung fährt, riskiert ein Bußgeld.
Schrauben und Schnellspanner kontrollieren
Lose Schrauben sind eine häufige Unfallursache. Prüfen Sie vor der Fahrt die Schnellspanner an beiden Laufrädern. Sie müssen geschlossen und fest eingerastet sein. Kontrollieren Sie außerdem die Verschraubungen am Vorbau, am Lenker und an der Sattelstütze. Ein wackelnder Sattel oder ein loser Lenker lassen sich mit dem passenden Inbusschlüssel nachziehen.
Ziehen Sie Schrauben fest an, aber übertreiben Sie es nicht. Zu viel Kraft beschädigt das Gewinde oder den Schraubenkopf. Wenn eine Schraube rundgedreht ist oder ein Bauteil Spiel hat, das Sie nicht beheben können, lassen Sie es in einer Werkstatt prüfen. Das gilt auch für die Brems- und Schaltzüge, deren Spannung sich mit der Zeit verändert.