Für Einkäufe und den Arbeitsweg genügt oft eine einzelne Gepäckträgertasche. Auf Radreisen verteilt sich viel Gepäck besser auf zwei Taschen. Wer ohne Gepäckträger auf Schotter fährt, greift eher zu Bikepacking-Taschen. Wichtig sind der Einsatzzweck und die Passform am Fahrrad.
Achten Sie auf genügend Stauraum, sicheren Halt, einen zum Wetter passenden Verschluss und die zulässige Belastung von Tasche, Gepäckträger und Fahrrad. Die Literzahl gibt das Volumen an, nicht das zulässige Gewicht.
Welche Tasche passt zu Ihrem Alltag?
Eine Gepäckträgertasche ist für viele Wege die praktischste Wahl. Sie bietet Platz für Einkäufe oder Arbeitsutensilien und lässt sich nach der Fahrt abnehmen. Für den Arbeitsweg sind passende Innenfächer und ein Tragegriff oder Schultergurt hilfreich. Wenn Sie einen Laptop transportieren, prüfen Sie, ob das Fach zu dessen Größe passt und ausreichend gepolstert ist. Ein Fach allein schützt den Laptop nicht zuverlässig vor Stößen. Eine Schutzhülle bietet zusätzlichen Schutz vor Stößen.
Eine Lenkertasche hält Dinge griffbereit, etwa Schlüssel, Geld oder Papiere. Sie ersetzt für größere Einkäufe oder Reisegepäck jedoch keine Gepäckträgertasche. Prüfen Sie vor dem Kauf, ob die Tasche mit Lenker, Bremsleitungen und anderem Zubehör am Fahrrad zusammenpasst.
Für Radreisen mit Gepäckträger sind zwei seitliche Hinterradtaschen ein guter Ausgangspunkt. Reicht der Platz nicht, können zusätzliche Taschen an einem Lowrider, einem Träger an der Gabel, das Gepäck ergänzen. Beim Bikepacking lassen sich Taschen am Sattel oder am Rahmen befestigen. Auch Oberrohr, Lenker und Gabel kommen als Plätze infrage. Diese Lösung eignet sich besonders für wenig Gepäck und Strecken auf unbefestigtem Untergrund. Prüfen Sie dabei, welche Befestigungsmöglichkeiten und Gewichtsgrenzen Ihr Fahrrad vorgibt.
Wie viel Volumen braucht Ihre Fahrradtasche?
Schätzen Sie zunächst ab, was Sie tatsächlich mitnehmen. Für den Arbeitsweg zählen beispielsweise Laptop, Wechselkleidung und Verpflegung; auf einer Reise kommen Kleidung, Schlafausrüstung oder Kochutensilien hinzu. Packen Sie die Gegenstände probeweise zusammen oder messen Sie das benötigte Volumen, bevor Sie sich an einer Literzahl orientieren.
Ein Gepäckträgertaschentest des SPIEGEL umfasste Modelle mit 18 bis 26 Litern Volumen und einer angegebenen Traglast von ungefähr 9 bis 12,5 Kilogramm pro Tasche. Diese Werte beschreiben die getesteten Modelle und sind kein allgemeiner Standard. Vergleichen Sie deshalb die Angaben am konkreten Produkt: Das Volumen in Litern, die maximale Zuladung der Tasche und die Traglast des Gepäckträgers sind verschiedene Werte.
Auch das zulässige Gesamtgewicht des Fahrrads setzt eine Grenze. Es umfasst Fahrrad, fahrende Person und Gepäck. Der ADFC nennt für Gepäckträger häufige Belastbarkeiten von 20 bis 40 Kilogramm, doch maßgeblich sind die Angaben für Ihr eigenes Fahrrad und Ihren Gepäckträger. Überschreiten Sie keine der genannten Grenzen.
Passt die Befestigung zum Fahrrad?
Eine Tasche muss fest sitzen und darf während der Fahrt nicht seitlich schwingen. Bei Gepäckträgertaschen sollten die Haken zum Durchmesser der Trägerstreben passen. Ausgleichshülsen oder passende Einsätze helfen, wenn die Streben dünner sind als die Hakenöffnung. Eine untere Sicherung greift in einen Holm des Gepäckträgers und hält die Tasche näher am Rad.
Nehmen Sie zum Kauf möglichst Ihr Fahrrad mit und probieren Sie die Tasche direkt am Gepäckträger aus. Prüfen Sie, ob alle Haken greifen, die untere Sicherung hält und nichts wackelt. Kontrollieren Sie außerdem, ob die Tasche beim Fahren Abstand zu Speichen, Reifen und Pedalen hält. Bei Bikepacking-Taschen kommt es ebenfalls auf den direkten Passformcheck an, denn Rahmenform und verfügbare Befestigungspunkte unterscheiden sich.
Wie wetterfest ist die Tasche?
Die Wasserdichtigkeit hängt von Material, Nähten und Verschluss ab. Ein Rollverschluss lässt sich an unterschiedliche Füllmengen anpassen und schützt bei korrektem Schließen gut vor Regen und Spritzwasser. Er braucht beim Packen etwas mehr Handgriffe als ein einfacher Deckel. Befolgen Sie die Verschlussanleitung des Herstellers, denn die nötige Zahl der Umschläge hängt vom jeweiligen Modell ab.
Die Ergebnisse gelten für die jeweils geprüften Taschen und Bedingungen: Im Beregnungstest von Stiftung Warentest aus dem Jahr 2019 drang bei sieben von 20 Gepäckträgertaschen Wasser ein. Ein Test von 15 reisetauglichen Taschen aus dem Jahr 2025 berichtete dagegen, dass alle getesteten Modelle mehrstündigem Regen standhielten. Ein Hochdruckreiniger kam dabei nicht zum Einsatz. Die Ergebnisse erlauben keine allgemeine Aussage über alle heutigen Taschen.
Wie packen Sie für eine Radreise?
Verteilen Sie das Gewicht gleichmäßig und halten Sie schwere Gegenstände tief und möglichst nah an der Mitte des Fahrrads. Der ADFC empfiehlt als grobe Orientierung etwa ein Drittel des Gepäcks vorne und zwei Drittel hinten. Linke und rechte Tasche sollten ungefähr gleich schwer sein. In zusätzliche Lowridertaschen gehört eher leichtes Gepäck, damit das Gewicht an der Gabel die Lenkung weniger beeinflusst.
Legen Sie Dinge, die Sie unterwegs schnell brauchen, etwa eine Regen- oder Windjacke, nach oben oder in ein leicht erreichbares Fach. Prüfen Sie vor der Abfahrt das Gewicht jeder Tasche und die zulässige Belastung von Fahrrad und Gepäckträger. Machen Sie anschließend mit dem beladenen Fahrrad eine Probefahrt, bevor Sie eine längere Strecke starten.
Welche Details erleichtern den Alltag?
Wenn Sie die Tasche oft abnehmen, sind einfache Haken und ein gut erreichbarer Griff praktisch. Wenn Sie die Tasche im Büro oder im Geschäft tragen, prüfen Sie auch, ob Schultergurt oder Tragegriff bequem sitzen. Innenfächer helfen, Kleinteile getrennt zu verstauen; ein Laptopfach sollte sich für Ihr Gerät passend schließen lassen. Vergleichen Sie außerdem das Leergewicht, denn es gehört bei jeder Fahrt zur Gesamtlast.
Ein Schloss an der Befestigung kann verhindern, dass jemand die Tasche schnell vom Gepäckträger nimmt. Es schützt den Inhalt jedoch nicht vollständig. Taschenstoff lässt sich beschädigen, und ein abschließbarer Verschluss ersetzt keine Aufsicht. Nehmen Sie Wertsachen mit, wenn Sie das Fahrrad unbeaufsichtigt abstellen.