Wenn Sie einen E-Scooter für den Arbeitsweg, den Weg zum Bahnhof oder kurze Besorgungen kaufen, prüfen Sie zuerst, ob das Modell die deutschen Zulassungsvorschriften erfüllt und sich bequem fahren lässt. Danach gleichen Sie Reichweite, Gewicht und Bremsen mit Ihren Strecken ab und machen eine Probefahrt.
E-Tretroller, auf denen Sie stehen, fallen unter die deutsche Elektrokleinstfahrzeuge-Verordnung (eKFV). Elektroroller mit Sitz können zu einer anderen Fahrzeugklasse gehören und anderen Regeln unterliegen.
Straßenzulassung prüfen
Für Fahrten auf öffentlichen Straßen braucht der E-Scooter eine Allgemeine Betriebserlaubnis (ABE) oder eine Einzelbetriebserlaubnis. Außerdem benötigen Sie eine Haftpflichtversicherung und eine gültige Versicherungsplakette am Fahrzeug. Eine CE-Kennzeichnung allein genügt dafür nicht.
Prüfen Sie vor dem Kauf die genaue Modellbezeichnung und die Angaben auf dem Typenschild. Sie müssen zu den Zulassungsunterlagen passen. Fragen Sie bei einem Onlineangebot nach, ob die konkrete Ausführung eine gültige Genehmigung besitzt. Bei Zweifeln lässt sich das Modell mit den veröffentlichten Informationen zu genehmigten Fahrzeugen abgleichen. Eine Modellfamilie kann unterschiedliche Varianten umfassen, deshalb reicht der Markenname als Nachweis nicht aus.
Für E-Tretroller nach der eKFV gilt grundsätzlich eine bauartbedingte Höchstgeschwindigkeit von mehr als 6 und höchstens 20 km/h. Die Nenndauerleistung darf höchstens 500 Watt betragen. Fahren dürfen Personen ab 14 Jahren; ein Führerschein ist für diese Fahrzeugklasse nicht erforderlich. Ein Helm ist nicht vorgeschrieben, wird aber empfohlen.
Die Strecke realistisch planen
Wählen Sie die Reichweite nach Ihrer längsten regelmäßig gefahrenen Strecke. Rechnen Sie Hin- und Rückfahrt zusammen und planen Sie eine Reserve ein. Wie weit der Akku im Alltag reicht, hängt auch von Steigungen und häufigem Anhalten ab. Ihr Fahrtempo spielt ebenfalls eine Rolle. Wenn Sie am Ziel laden können, fällt die nötige Reichweitenreserve kleiner aus.
Herstellerangaben zur Reichweite dienen vor allem dem Vergleich. Im Alltag hängt die Reichweite von den Bedingungen ab und kann von den angegebenen Werten abweichen.
Auch die Ladezeit gehört zur Streckenplanung. Im genannten Test reichte sie von 4 Stunden und 15 Minuten bis 8 Stunden und 40 Minuten. Prüfen Sie deshalb, ob Sie den Akku über Nacht oder am Ziel laden können und wie lange eine vollständige Ladung laut Hersteller dauert.
Gewicht und Zuladung abgleichen
Wenn Sie den Scooter regelmäßig über Treppen tragen oder in Bus, Bahn oder Auto mitnehmen, zählt jedes Kilogramm. Laut ADAC wiegen E-Scooter etwa 10 bis 25 Kilogramm. Ab ungefähr 15 Kilogramm kann das Tragen je nach Person anstrengend werden. Achten Sie auch auf das Faltmaß und darauf, ob sich der Scooter zusammengeklappt gut greifen lässt.
Prüfen Sie die zulässige Gesamtmasse, bevor Sie sich für ein Modell entscheiden. Sie muss Ihr Körpergewicht, das Gewicht des Scooters und Gepäck berücksichtigen. Nennt der Hersteller nur die maximale Gesamtmasse, empfiehlt der ADAC als Orientierung, zusätzlich rund 10 Kilogramm Spielraum für Gepäck und weitere Belastung einzuplanen. Das ist keine gesetzliche Berechnungsformel.
Bremsen und Fahrgefühl testen
Die eKFV schreibt zwei voneinander unabhängige Bremsen vor. Auf einer Probefahrt merken Sie, ob sie gut dosierbar sind und zuverlässig ansprechen. Testen Sie auch, ob Sie beim Anfahren die Kontrolle behalten und die Bedienung verstehen. Elektrische Bremsen können wartungsarm sein; der ADAC empfiehlt, sie mit mechanischen Bremsen zu kombinieren. Eine reine Fußtrittbremse bewertet er als nicht empfehlenswert.
Reifen und Federung sollten zu Ihren üblichen Wegen passen. Vollgummireifen sind pannensicher und brauchen wenig Wartung. Luftreifen und eine Federung wirken sich auf den Fahrkomfort auf unebenem Untergrund aus. Eine Probefahrt auf einem ähnlichen Untergrund wie Ihrem täglichen Weg hilft bei der Entscheidung.
Prüfen Sie auch, ob Ihre Füße sicher auf die Trittfläche passen. Der ADAC empfiehlt als Orientierung mindestens 170 Millimeter Breite und 450 Millimeter Länge. Diese Maße sind eine Komfortempfehlung, keine gesetzliche Vorgabe. Kontrollieren Sie außerdem, ob die Beleuchtung funktioniert und Sie gut sichtbar sind.
Akku und Reparaturen einplanen
Informieren Sie sich, ob sich der Akku austauschen lässt und wer Reparaturen übernimmt. Ein einzeln wechselbarer Akku kann verhindern, dass ein defekter Akku den Austausch des gesamten Scooters nötig macht. Die Verbraucherzentrale weist darauf hin, dass austauschbare Akkus bisher nur bei wenigen Modellen zu finden sind.
Fragen Sie Händler oder Hersteller nach Ersatzteilen, Wartungsmöglichkeiten und der Verfügbarkeit des Akkus. Lebensdauer und Reparaturkosten lassen sich nicht zuverlässig für alle Modelle zusammenfassen. Klären Sie diese Punkte deshalb für das konkrete Modell, bevor Sie kaufen.
ADAC-Test 2026
Der ADAC untersuchte 2026 zehn E-Scooter unter 800 Euro, die zwischen 499 und 799 Euro kosteten. Sieben erhielten die Gesamtnote „gut“, eines „befriedigend“ und zwei „ausreichend“. Bei zwei Modellen brach im praxisnahen Belastungstest der Lenker. Die Ergebnisse beschreiben ausschließlich dieses Testfeld und erlauben keine allgemeine Aussage über den gesamten Markt.
| Ergebnis des ADAC-Tests 2026 | Wert |
|---|---|
| Getestete Modelle | 10 |
| Gemessene Ladezeit | 4:15 bis 8:40 Stunden |
| Modelle mit Lenkerbruch im Belastungstest | 2 |
Vergleichen Sie das Datenblatt mit Ihren Eindrücken bei der Probefahrt und ziehen Sie unabhängige Prüfergebnisse heran. Achten Sie auf Ergebnisse zu Bremsen und Beleuchtung. Prüfen Sie auch, was die Tests über die Haltbarkeit aussagen. Testurteile beziehen sich jedoch immer auf die geprüften Modelle und Bedingungen. Vergleichen Sie daher möglichst die genaue Modellvariante und das Modelljahr.
Änderungen ab 2027 beachten
Die Novelle der eKFV ist teilweise bereits in Kraft. Weitere Änderungen sollen nach Angaben des Bundesverkehrsministeriums am 1. März 2027 folgen. Dazu gehören Blinker für neu produzierte Elektrokleinstfahrzeuge sowie angepasste Anforderungen an Batterien und Fahrprüfungen. Die genauen Übergangsregeln hängen vom Produktions- und Genehmigungszeitpunkt ab.
Bereits zugelassene Fahrzeuge mit ABE oder Einzelbetriebserlaubnis müssen nach Angaben des Ministeriums nicht nachgerüstet werden. Wenn Sie ein Modell kaufen, das rund um den Stichtag produziert oder zugelassen wurde, lassen Sie sich die geltenden Unterlagen für genau diese Ausführung zeigen.
E-Scooter vor dem Kauf prüfen
Gehen Sie die Punkte für die konkrete Modellvariante durch und gleichen Sie Datenblatt und Zulassungsunterlagen ab. Eine Probefahrt ergänzt die Herstellerangaben, ersetzt aber nicht die Prüfung der Betriebserlaubnis.
- Hat genau diese Modellvariante eine gültige Betriebserlaubnis für Deutschland?
- Stimmen Typenschild und Zulassungsunterlagen überein?
- Können Sie für den Scooter eine Haftpflichtversicherung abschließen?
- Reichen Zuladung und Reichweite für Ihre Strecke samt Gepäck?
- Können Sie das Gewicht im Alltag tragen und den Scooter verstauen?
- Lassen sich Bremsen, Anfahren und Bedienung bei einer Probefahrt gut kontrollieren?
- Gibt es Ersatzteile, Reparaturservice und bei Bedarf einen austauschbaren Akku?


