E-Bike-Akku richtig laden, lagern und überwintern

Der Pedelec-Akku ist das teuerste und empfindlichste Einzelteil am E-Bike. Falsches Laden und Lagern bei großer Hitze oder Kälte lassen die Lithium-Ionen-Zellen schneller altern. Wer richtig lädt und lagert, verlängert die Lebensdauer und vermeidet gefährliche Situationen.

Das richtige Ladegerät verwenden

Verwenden Sie nur das Ladegerät, das zum Akku gehört oder vom Hersteller für Ihr Modell freigegeben ist. Die Ladeelektronik im Akku und das Ladegerät sind aufeinander abgestimmt. Ein fremdes Ladegerät kann einen zu hohen Ladestrom liefern, die Zellen überhitzen und im schlimmsten Fall einen Brand auslösen. Das gilt auch für billige Nachbauten aus dem Internet. Sie haben oft nicht die gleichen Schutzschaltungen.

Laden Sie den Akku erst, wenn er spürbar abgekühlt ist. Nach einer längeren Fahrt im Sommer ist der Akku warm. Laden bei hoher Temperatur belastet die Zellen unnötig. Warten Sie daher etwa eine halbe Stunde, bevor Sie den Akku anschließen. Der Ladevorgang selbst dauert je nach Kapazität und Ladegerät zwischen zwei und sechs Stunden. Die meisten Ladegeräte schalten automatisch ab, wenn der Akku voll ist. Trotzdem sollten Sie den Akku nicht über Nacht unbeaufsichtigt laden, falls die Abschaltung nicht richtig funktioniert oder das Ladegerät defekt ist.

Sicher laden und den richtigen Ort wählen

Laden Sie den Akku auf einer feuerfesten Unterlage, zum Beispiel einer Keramikplatte oder einem Blech. Legen Sie ihn nicht direkt auf den Holztisch oder Teppich. Halten Sie brennbare Gegenstände wie Papier, Kleidung oder Vorhänge fern. Ein gut belüfteter Raum ist wichtig, damit sich im Fehlerfall keine Gase ansammeln. Laden Sie den Akku nie in der prallen Sonne oder neben einer Heizung. Hohe Umgebungstemperaturen beschleunigen die Alterung der Zellen.

Wenn Sie den Akku zum Laden aus dem E-Bike entnehmen, prüfen Sie vorher die Kontakte auf Schmutz oder Feuchtigkeit. Ein trockenes Tuch genügt, um Staub und Feuchtigkeit zu entfernen. Stecken Sie den Stecker immer zuerst in das Ladegerät, dann in die Steckdose. Nach dem Laden ziehen Sie zuerst den Stecker vom Akku. Diese Reihenfolge vermeidet Funkenbildung an den Kontakten.

Richtig lagern: Temperatur und Ladezustand

Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) empfiehlt eine Lagertemperatur zwischen 10 und 15 Grad Celsius. Ein kühler Kellerraum, eine Garage oder ein Treppenhaus ohne Heizung eignen sich gut. Vermeiden Sie sowohl große Hitze als auch Frost. Bei Temperaturen unter null Grad kann die Elektronik im Akku Schaden nehmen. Dauerhafte große Wärme lässt die Zellen schneller altern.

Der Ladezustand bei der Lagerung ist genauso wichtig wie die Temperatur. Ein voll geladener Akku, der Wochen oder Monate steht, verliert schneller an Kapazität. Ein komplett leer gelagerter Akku kann in eine Tiefenentladung rutschen. Dann sinkt die Zellspannung so weit, dass der Akku dauerhaft Schaden nimmt und sich oft nicht mehr aufladen lässt. Lagern Sie den Akku daher mit einem mittleren Ladezustand. In der Praxis sind das etwa zwei bis drei Balken auf der Anzeige.

Winterpause vorbereiten

Vor dem Einwintern sollten Sie den Akku aus dem E-Bike entnehmen und separat lagern. Das schützt den Akku vor Kälte und verhindert, dass die Bordelektronik im Stand Strom zieht. Reinigen Sie den Akku vorher mit einem leicht feuchten Tuch und trocknen Sie ihn gründlich ab. Achten Sie darauf, dass die Kontakte sauber und trocken sind.

Laden Sie den Akku auf einen mittleren Ladezustand auf, bevor Sie ihn einlagern. Ein voller Akku ist für die Winterpause genauso ungünstig wie ein leerer. Kontrollieren Sie den Ladezustand während der Winterpause etwa alle zwei Monate. Sinkt er unter den empfohlenen Bereich, laden Sie ihn vorsichtig wieder auf einen mittleren Ladezustand nach. So bleibt der Akku in einem gesunden Bereich, ohne dass Sie ihn ständig pflegen müssen.

Das E-Bike selbst sollten Sie ebenfalls winterfest machen: Reinigen Sie es, fetten Sie die Kette und lagern Sie es trocken. Den Akku sollten Sie jedoch nicht am Fahrrad lassen, wenn das Rad in einer ungeheizten Garage oder im Schuppen steht.

Warnzeichen für defekte Akkus erkennen

Ein Lithium-Ionen-Akku kann bei unsachgemäßer Handhabung einen Brand auslösen. Die Zahl der tatsächlichen Brände durch E-Bike-Akkus ist jedoch sehr gering. Wenn Sie eines der folgenden Warnzeichen bemerken, verwenden Sie den Akku sofort nicht mehr und entsorgen Sie ihn fachgerecht:

  • Das Gehäuse ist verformt, hat Beulen oder Risse.
  • Der Akku riecht chemisch, süßlich oder nach verbranntem Plastik.
  • Der Akku wird beim Laden oder Entladen ungewöhnlich heiß, sodass Sie ihn kaum noch anfassen können.
  • Der Akku verliert sichtbar Flüssigkeit.
  • Die Ladeanzeige springt unregelmäßig oder der Akku entlädt sich innerhalb weniger Minuten.

Wenn Sie eines dieser Zeichen bemerken, trennen Sie den Akku vom Ladegerät und bringen Sie ihn nach draußen, weg von brennbaren Materialien. Legen Sie ihn auf eine feuerfeste Unterlage und lassen Sie ihn abkühlen. Öffnen Sie den Akku nicht und reparieren Sie ihn nicht selbst. Bringen Sie ihn zu einem Fachhändler oder einer Sammelstelle für Elektroaltgeräte. Viele Fahrradhändler nehmen alte Akkus zurück und kümmern sich um die Entsorgung.