Das passende Faltrad finden: Faltmechanismus, Gewicht und Transport
Ein Faltrad klappt an mehreren Gelenken zusammen und passt so in die Bahn, den Bus oder den Autokofferraum. Wer mit dem Zug pendelt, im Homeoffice arbeitet oder das Rad am Wochenende mit in den Urlaub nimmt, spart sich das Fahrradticket und die Suche nach einem Stellplatz. Beim Kauf zählen drei Punkte: der Faltmechanismus, das Gewicht und wie Sie das Rad unterwegs transportieren und gegen Diebstahl sichern.
Wofür Sie das Faltrad nutzen
Ein Faltrad lohnt sich überall dort, wo ein normales Fahrrad hinderlich ist. Die typische Situation ist der Arbeitsweg mit der Bahn: Sie fahren von zu Hause zum Bahnhof, klappen das Rad zusammen, nehmen es als Gepäckstück mit in den Zug und fahren am Zielbahnhof die letzten Kilometer zum Büro. Zusammengeklappt gilt das Faltrad in den meisten Nah- und Fernverkehrszügen als Handgepäck, Sie brauchen weder eine Fahrradkarte noch einen reservierten Stellplatz. Das spart Geld und Zeit, weil Sie nicht auf einen bestimmten Waggon angewiesen sind.
Die Mitnahme funktioniert aber nur, wenn Sie das Rad auch wirklich zusammenklappen und wie ein Gepäckstück behandeln. Im Zug gehört das Faltrad in Gepäckregale, Mehrzweckbereiche oder unter den Sitz. Gänge, Türen und Sicherheitseinrichtungen müssen frei bleiben. Wenn Sie das Rad in der Ablage über dem Sitzplatz verstauen, sichern Sie es gegen Verrutschen, damit es bei einer Bremsung nicht auf andere Reisende fällt. Eine Faltradtasche schützt das Rad und die Mitreisenden. Notfalls reichen auch Spanngurte, mit denen Sie das Rad zwischen anderen Gepäckstücken befestigen.
Auch ohne Bahn ist ein Faltrad praktisch: Es passt in den Kofferraum, in den Wohnungskeller oder hinter die Couch, ohne dass Sie einen Fahrradständer oder eine Wandhalterung brauchen. Wer in einer kleinen Wohnung lebt oder das Rad im Auto mitnehmen möchte, hat mit einem Faltrad weniger Platzprobleme als mit einem herkömmlichen Fahrrad.
So funktioniert der Faltmechanismus
Der Faltmechanismus bestimmt, wie klein das Rad wird und wie schnell Sie es zusammen- und wieder auseinanderklappen können. Die meisten Falträder haben zwei Klappstellen: Der Rahmen faltet sich in der Mitte, sodass Ober- und Unterrohr aufeinander zu liegen kommen, und der Lenker klappt nach unten oder zur Seite. Manche Modelle falten zusätzlich den Sattel oder die Pedale, damit nichts übersteht.
Beim Ausprobieren im Laden sollten Sie auf zwei Dinge achten. Erstens: Die Verriegelungen müssen sauber einrasten und dürfen kein Spiel haben. Ein Faltrad, dessen Rahmen im gefahrenen Zustand wackelt, ist unsicher und wird mit der Zeit lauter. Zweitens: Der Klappvorgang sollte ohne Werkzeug und ohne viel Kraftaufwand funktionieren. Wenn Sie das Rad täglich zweimal falten, macht eine umständliche Mechanik den Vorteil schnell zunichte. Ein guter Test ist, das Rad im Laden mehrmals zu falten und wieder aufzurichten, bis der Ablauf sitzt.
Bei den Scharnieren und Verschlüssen gibt es deutliche Unterschiede zwischen günstigen und teuren Modellen. Günstige Falträder verwenden oft einfache Schnellspanner, die sich mit der Zeit lockern können. Hochwertigere Modelle setzen auf Doppelverriegelungen oder Sicherheitshebel, die sich nicht versehentlich öffnen. Fragen Sie im Fachhandel nach, wie die Verriegelung gewartet wird und ob Ersatzteile erhältlich sind, denn genau diese Teile nutzen sich bei täglichem Falten am stärksten ab.
Das Gewicht
Das Gewicht eines Faltrads entscheidet darüber, wie anstrengend die Mitnahme in der Bahn oder die Treppe zur Wohnung wird. Leichte Modelle mit Aluminiumrahmen und ohne Motor wiegen deutlich weniger als Faltrad-E-Bikes, die wegen Motor und Akku spürbar schwerer sind. Ein Faltrad, das Sie regelmäßig in den Zug heben oder über eine Treppe tragen müssen, sollte so leicht wie möglich sein, auch wenn leichte Modelle meist mehr kosten.
Ein Faltrad-E-Bike ist eine sinnvolle Wahl, wenn Sie längere Strecken zurücklegen oder an Steigungen wohnen. Der Elektromotor gleicht das höhere Gewicht beim Fahren aus, nicht aber beim Tragen: Ein E-Faltrad müssen Sie trotzdem in den Zug heben, und das Gewicht von Motor und Akku macht sich dort deutlich bemerkbar. Überlegen Sie also, ob Sie das Rad eher fahren oder eher tragen. Wer das Rad nur vom Kofferraum zum Parkplatz trägt, kommt mit einem schwereren Modell zurecht, wer täglich zwei Bahnsteigtreppen bewältigt, sollte auf das Gewicht achten.
Achten Sie beim Kauf auch darauf, wo Sie das Rad greifen können. Manche Falträder haben einen Tragegriff am Rahmen oder am Sattelrohr, andere lassen sich nur am Oberrohr anfassen. Ein gut platzierter Griff erleichtert das Tragen erheblich, besonders wenn das Rad zusammengeklappt ist und die Balance schwieriger wird.
Transport in Bahn und Auto
In der Bahn gilt: Das zusammengeklappte Faltrad ist Gepäck, kein Fahrrad. Sie dürfen es ohne Zusatzticket mitnehmen, müssen es aber so verstauen, dass andere Reisende nicht behindert werden. Gepäckregale und Mehrzweckbereiche sind dafür vorgesehen, in vollen Zügen kann auch der Platz unter dem Sitz oder zwischen den Sitzreihen funktionieren. Eine Faltradtasche hat den Vorteil, dass das Rad sauber bleibt und keine hervorstehenden Teile andere Fahrgäste gefährden. Wenn Sie keine Tasche nutzen, sichern Sie das Rad mit Spanngurten oder stellen Sie es so ab, dass es bei einer Vollbremsung nicht umkippt.
Im Auto ist das Faltrad unkompliziert: Zusammengeklappt passt es in die meisten Kofferräume, ohne dass Sie einen Fahrradträger brauchen. Legen Sie das Rad so, dass es nicht verrutscht, zum Beispiel mit einer Decke oder einem Spanngurt. Bei einem Faltrad-E-Bike sollten Sie den Akku vor dem Transport abnehmen, wenn der Hersteller das vorsieht, und den Akku bei moderaten Temperaturen transportieren. Achten Sie darauf, dass das Rad im Kofferraum keine scharfen Kanten an Polstern oder Verkleidungen reibt, und schützen Sie empfindliche Teile wie Schaltung oder Bremsen vor Stößen.
Diebstahlschutz
Ein Faltrad müssen Sie genauso gegen Diebstahl sichern wie ein normales Fahrrad. Der Vorteil des Faltmechanismus hilft Ihnen nur dann, wenn Sie das Rad mitnehmen: Sie können es zusammengeklappt ins Büro, in den Supermarkt oder in die Wohnung tragen, statt es draußen anzuschließen. Für die Situationen, in denen Sie das Rad abstellen müssen, brauchen Sie ein Schloss, das den Rahmen und das Vorderrad an einem festen Gegenstand sichert.
Bügelschlösser und Faltschlösser bieten mehr Widerstand als einfache Kabelschlösser, die mit einem Bolzenschneider schnell durchtrennt sind. Achten Sie darauf, dass das Schloss lang genug ist, um Rahmen und Vorderrad zusammen zu fassen, und dass Sie es auch am zusammengeklappten Rad befestigen können. Manche Falträder haben Ösen am Rahmen, an denen Sie das Schloss beim Fahren transportieren können, ohne dass es klappert.
Zusätzlich können Sie Sattel oder Akku abnehmen, wenn Sie das Rad länger abstellen. Bei Faltrad-E-Bikes sollten Sie den Akku immer mitnehmen, denn ein Rad ohne Akku ist für Diebe deutlich weniger attraktiv. Wenn Sie das Rad regelmäßig an derselben Stelle abstellen, wählen Sie einen gut einsehbaren Ort mit viel Publikumsverkehr, das schreckt Diebe stärker ab als ein abgelegenes Gässchen.