Dämpferpumpe richtig benutzen und einstellen

Eine Dämpferpumpe ist ein Spezialwerkzeug für Luftfedern an Federgabeln und Dämpfern. Sie erzeugt hohen Druck bei kleinem Luftvolumen, um die Federhärte an Gewicht und Fahrstil anzupassen. Normale Fahrradpumpen schaffen das nicht, weil sie für große Volumen bei niedrigem Druck ausgelegt sind. Mit der Pumpe stellen Sie den Luftdruck ein und prüfen den SAG, das Einsinken der Feder unter Ihrem Körpergewicht. Richtig eingestellt bietet der Dämpfer Traktion und Komfort. Er arbeitet dann weder zu hart noch zu weich.

Unterschied zur normalen Pumpe

Eine Dämpferpumpe hat ein Manometer, das den Druck in bar und psi anzeigt, und einen kleinen Zylinder, der pro Hub nur wenig Luft fördert. Dadurch erhöhen Sie den Druck präzise in kleinen Schritten. Das ist bei hohen Drücken wichtig. Viele Dämpfer arbeiten mit hohen Drücken, manche mit noch höheren. Eine normale Standpumpe erreicht solche Werte nicht zuverlässig. Sie fördert zu viel Luft pro Hub, sodass Sie schnell überpumpen.

Die meisten Dämpferpumpen haben einen Schrader-Ventilanschluss, wie er auch bei Autoreifen üblich ist. Einige Dämpfer verwenden Presta-Ventile, also die schmaleren Ventile an Rennradschläuchen, oder herstellerspezifische Anschlüsse. Prüfen Sie vor dem Kauf, welchen Anschluss Ihr Dämpfer hat, oder nehmen Sie eine Pumpe mit wechselbarem Ventilkopf.

Worauf Sie beim Kauf achten sollten

Das Manometer ist das wichtigste Bauteil. Es sollte gut ablesbar sein, auch wenn Sie schräg auf die Pumpe schauen, und eine feine Skala im Bereich der üblichen Dämpferdrücke haben. Modelle mit einem abgewinkelten Manometer oder einem drehbaren Ventilkopf lassen sich leichter an engen Stellen anschließen.

Der Druckbereich sollte zum Dämpfer passen. Die meisten Pumpen decken den für Mountainbike-Dämpfer üblichen Druckbereich ab. Wenn Ihr Dämpfer sehr hohen Druck benötigt, achten Sie auf die Druckangabe der Pumpe.

Ein Ventilkopf aus Metall mit einer Überwurfmutter hält länger als ein reiner Kunststoffkopf. Ein Schlauch mit Drehgelenk verhindert, dass Sie beim Pumpen am Ventil ziehen. Pumpen mit Druckablassknopf lassen Luft ab, ohne dass Sie die Pumpe abnehmen. Das erleichtert das Feintuning.

Die Preise reichen von günstigen Basismodellen bis zu hochwertigen Pumpen mit präzisem Manometer. Für gelegentliches Einstellen reicht ein einfaches Modell, wenn das Manometer verlässlich ist. Wer häufig zwischen verschiedenen Drücken wechselt oder empfindlich auf Abweichungen reagiert, sollte in ein genaueres Manometer investieren.

Den Dämpfer einstellen

Stellen Sie zuerst den empfohlenen Ausgangsdruck ein. Die Hersteller drucken eine Tabelle auf den Dämpfer oder legen sie der Anleitung bei. Sie nennt Luftdruck und SAG-Bereich für Ihr Körpergewicht. Wenn Sie keine Angabe finden, beginnen Sie mit einem mittleren Wert und korrigieren Sie nach einer Probefahrt.

So gehen Sie vor:

  1. Öffnen Sie die Ventilkappe am Dämpfer und schrauben Sie die Pumpe fest auf das Ventil. Achten Sie darauf, dass der Ventilkopf gerade sitzt, damit keine Luft entweicht.
  2. Pumpen Sie in kleinen Schritten. Bei hohem Druck genügen wenige Hübe, um den Wert deutlich zu verändern.
  3. Lesen Sie das Manometer ab, während die Pumpe noch auf dem Ventil sitzt. Der angezeigte Wert ist der tatsächliche Druck im Dämpfer.
  4. Wenn Sie zu viel Druck haben, lassen Sie über den Ablassknopf oder durch vorsichtiges Lösen der Pumpe etwas Luft ab. Rechnen Sie damit, dass beim Abnehmen der Pumpe immer ein wenig Luft entweicht.
  5. Schrauben Sie die Pumpe zügig ab und setzen Sie die Ventilkappe wieder auf.

Danach prüfen Sie den SAG. Setzen Sie sich in normaler Fahrposition auf das Rad, lassen Sie das Fahrwerk einmal einfedern und messen Sie, wie weit der Dämpfer einsinkt. Die genaue Methode beschreibt die Dämpfer-Anleitung. Liegt der SAG außerhalb des empfohlenen Bereichs, ändern Sie den Druck in kleinen Schritten und messen erneut.

Häufige Fehler beim Pumpen

Der häufigste Fehler ist, zu schnell zu pumpen und den Zielwert zu überschreiten. Arbeiten Sie mit kleinen Hüben und kontrollieren Sie das Manometer nach jedem Hub.

Ein zweiter Fehler ist, die Pumpe schräg aufzusetzen. Dadurch entweicht Luft am Ventil, und der angezeigte Wert stimmt nicht mit dem tatsächlichen Druck überein. Setzen Sie den Ventilkopf immer gerade auf und ziehen Sie ihn fest.

Manche Fahrer vergessen, dass beim Abnehmen der Pumpe Luft verloren geht. Wenn Sie den Druck exakt einstellen wollen, pumpen Sie bewusst etwas über den Zielwert. Beim Abnehmen entweicht dann die überschüssige Luft, sodass der Endwert stimmt. Das erfordert etwas Übung.

Kontrollieren Sie den Druck regelmäßig. Luftfedern verlieren über Wochen langsam Druck, besonders bei Temperaturschwankungen. Ein kurzer Check vor der Fahrt verhindert, dass Sie mit zu weichem oder zu hartem Fahrwerk unterwegs sind.