Das Bianchi Infinito ist für lange Straßenfahrten ausgelegt. Als Endurance-Rennrad bietet es eine weniger gestreckte Sitzposition als ein Rennrad für kurze, intensive Rennen. Kläre vor dem Kauf das Modelljahr: Das Infinito von 2025 und die neu gestaltete Generation von 2026 unterscheiden sich unter anderem bei Geometrie und Reifenfreiheit.

Für lange Touren müssen Sitzposition, Übersetzung und Reifen zum Einsatz passen. Die Generation von 2026 bietet mehr Reifenfreiheit. Das allein macht sie weder gravel-tauglich noch kompatibel mit Gepäckträgern oder Schutzblechen.

Infinito, Oltre oder Specialissima?

Bianchi ordnet das Infinito als Endurance-Rennrad ein. Es passt zu schnellen Straßenfahrten, Granfondos und sportlichen Touren, wenn die Position und der Komfort auf langen Strecken wichtiger sind als eine ausgeprägt aerodynamische oder kletterorientierte Auslegung.

Die Oltre ist Bianchis Aero-Rennrad, bei dem die aerodynamische Ausrichtung im Vordergrund steht. Die Specialissima ist stärker auf Kletter- und Race-Einsatz ausgelegt. Wer häufiger auf unbefestigten Wegen fährt, sollte außerdem das Gravel-orientierte Impulso prüfen. Die Einordnung beschreibt Bianchis Modellrollen; unabhängige Fahrvergleiche liegen ihr nicht zugrunde.

Modelljahr 2025 und 2026 auseinanderhalten

Das 2025er Infinito gehört zur 2024 vorgestellten Generation. Für dieses Modell nennt ein deutsches Händlerangebot in einer konkreten Ausstattung Shimano 105 Di2 mit 2×12 Gängen, hydraulische Scheibenbremsen und eine Reifenfreigabe bis 32 mm. Diese Angaben gelten für genau diese Händlerausführung und nicht automatisch für alle Räder des Modelljahrs 2025.

Bianchi kündigte am 30. Juni 2025 eine vollständig überarbeitete Generation für das Frühjahr 2026 an. Beim neuen Infinito nennt der Hersteller eine überarbeitete Geometrie, eine weiterentwickelte Countervail-Technik und ein internes Rahmenfach. Countervail ist Bianchis Technologie zur Dämpfung von Vibrationen im Rahmen. Bianchi gibt für das neue Modell eine Reifenfreiheit für bis zu 40 mm breite Slicks an, also glatte Reifen ohne grobes Profil.

Für das neue Modell nennt Bianchi außerdem 20 Prozent weniger Gewicht bei der Countervail-Formel gegenüber der vorherigen Generation. Das sind Herstellerangaben. Die Produktseite weist dafür keine unabhängigen Messbedingungen aus; sie sollten daher nicht als unabhängig bestätigte Kaufvorteile verstanden werden.

Ein konkreter Geometrievergleich zeigt, warum sich die Modelljahre nicht allein nach Namen oder Rahmengröße vergleichen lassen. In Größe 55 nennt Bianchi für das 2026er Modell einen Stack von 584 mm und einen Reach von 377 mm. Stack beschreibt die Höhe des Rahmens am Steuerrohr, Reach dessen horizontale Länge. Für das 2024 vorgestellte Modell nennt Bianchi in derselben Größe 569 mm Stack und 381 mm Reach. Das neue Rad hat in dieser Größe also einen höheren Stack und einen etwas kürzeren Reach. Die Kettenstreben sind mit 422 statt 415 mm länger. Diese Werte belegen den Unterschied in Größe 55, aber nicht automatisch dieselbe Veränderung in jeder Rahmengröße.

Deutsche Angebote und Preisangaben

Für das Modelljahr 2026 zeigen die Herstellerseite und deutsche Händlerangebote ein Standard-Infinito mit mechanischer Shimano 105 oder 105 Di2. Beim Infinito Pro finden sich unter anderem Ausführungen mit Shimano 105 Di2 und Ultegra Di2; ein deutscher Händler listet auch Varianten mit SRAM-Schaltungen. Welche Teile tatsächlich verbaut sind, hängt von der konkreten Ausführung ab; Händlerseiten können auch ausverkaufte oder nicht verfügbare Varianten aufführen.

Die Preise hängen von der konkreten Ausführung ab. Händlerpreise können variieren. Eine Preisangabe ist keine Zusage zur aktuellen Verfügbarkeit. Prüfe vor dem Kauf die Artikelnummer, das Modelljahr und die tatsächlich gelistete Ausstattung.

Beim Infinito Pro nennt Bianchi Reparto-Corse-RC-49R-Carbonlaufräder; für eine andere Ausstattungsklasse führt der Hersteller die B-49R-Variante auf. Für die RC 49R nennt Bianchi eine Felgenhöhe von 49 mm und eine Innenweite von 25 mm. Auch hier gilt: Händlerausführungen können abweichen. Der höhere Preis des Pro ist deshalb nur dann sinnvoll, wenn die konkrete Ausstattung zu deinem Einsatz passt.

Welche Ausstattung sich für lange Strecken lohnt

Eine passende Übersetzung ist wichtiger als die Wahl der teuersten Schaltgruppe. Prüfe bei der konkreten Ausführung die Kettenblätter vorn und die Kassette hinten, also die Zahnkränze, über die sich die Übersetzung und damit die Trittlast verändert. Wer lange Anstiege fährt oder mit Gepäck unterwegs ist, sollte klären, ob die kleinste Übersetzung für die eigene Fitness und die geplanten Strecken genügt. Die recherchierten Angebote belegen keine einheitliche Übersetzung für alle deutschen Infinito-Ausführungen.

Auch die Reifenwahl sollte zum tatsächlichen Untergrund passen. Die 2025er Händlerausführung mit 32-mm-Freigabe und die vom Hersteller genannten bis zu 40 mm breiten Slicks der 2026er Generation eröffnen unterschiedliche Möglichkeiten. Eine breitere Reifenfreigabe schafft Auswahl für mehr Komfort und wechselnde Straßenbeläge. Sie macht das Rad aber nicht automatisch zu einem Gravelrad. Lass dir für das konkrete Modelljahr und die jeweilige Felge bestätigen, welche Reifenbreite freigegeben ist und wie breit der montierte Reifen tatsächlich ausfällt.

Beim Rahmenfach des 2026er Infinito nennt Bianchi Werkzeug oder eine Windjacke als mögliche Inhalte. Für Gepäckträgerösen gibt es in den ausgewerteten Herstellerangaben keine belastbare Bestätigung. Auch eine vollständige Schutzblechmontage ist nicht bestätigt. Wer das Rad für den täglichen Weg bei schlechtem Wetter oder für Touren mit Gepäck kaufen will, sollte diese Punkte vor der Bestellung mit dem Händler klären, statt sie aus der Reifenfreiheit abzuleiten.

Rahmengröße und Teilekompatibilität prüfen

Bianchi bietet das neue Infinito in den Größen 47, 50, 53, 55, 57, 59 und 61 an. Für die konkrete 2025er Händlerausführung werden Größen von 44 bis 61 genannt. Die Größenbereiche sind damit nicht ohne Weiteres zwischen den Generationen übertragbar.

Die passende Größe lässt sich nicht zuverlässig allein aus der Körpergröße ablesen. Vergleiche Stack und Reach mit einem Rad, auf dem du bereits gut sitzt. Schrittlänge sowie Rumpf- und Armlänge beeinflussen die Position ebenfalls. Eine Probefahrt oder ein Bike-Fitting, also eine individuelle Anpassung der Sitzposition, hilft besonders dann, wenn du zwischen zwei Größen liegst oder lange Strecken planst.

Für das neue Modell nennt Bianchi eine interne Kabelführung, Steckachsen und SRAM-UDH-Kompatibilität. UDH ist eine standardisierte Aufnahme für das Schaltauge, das Bauteil am Rahmen, an dem das Schaltwerk befestigt ist. Diese Angaben beantworten jedoch nicht jede Frage zu Umbauten. Vor einem Teiletausch solltest du die Kompatibilität der konkreten Ausstattung prüfen, insbesondere bei Cockpit, Sattelstütze, Laufradfreilauf und Schaltgruppe. Beim 2025er Modell nennt der Händler für eine bestimmte Ausführung eine Kompatibilität mit mechanischen und elektronischen Schaltungen; daraus folgt keine pauschale Freigabe für beliebige Umbauten.

Für wen das Infinito passt

Das Infinito ist eine gute Wahl, wenn schnelle, lange Straßenfahrten im Mittelpunkt stehen und du eine Endurance-Ausrichtung suchst. Die neue Generation ist besonders interessant, wenn du breitere Slicks nutzen möchtest. Für ein günstigeres Rad aus dem Vorjahr kommt das 2025er Modell infrage, sofern die konkrete Ausstattung, die Reifenfreigabe und die Rahmengröße passen.

Wer vor allem aerodynamisch fahren möchte, sollte die Oltre vergleichen. Für einen stärkeren Kletter- und Race-Fokus bietet sich die Specialissima an. Wenn lose Wege und Gravel-Einsatz einen größeren Teil der Fahrten ausmachen, ist das Impulso eine naheliegende Alternative. Für alle drei Alternativen gilt: Die Einordnung folgt Bianchis Positionierung der Modelle, nicht einem unabhängigen Direktvergleich.

Vor dem Kauf eines Infinito solltest du deshalb drei Dinge am konkreten Rad bestätigen lassen: Modelljahr und Rahmengröße, vollständige Ausstattung einschließlich Übersetzung sowie Freigaben für Reifen und gewünschtes Zubehör. Das verhindert, dass Händlerbezeichnungen oder allgemeine Angaben zur Modellfamilie mit den Eigenschaften eines bestimmten Aufbaus verwechselt werden.

Kernaussagen

  • Prüfe zuerst das Modelljahr: Das 2025er Infinito ist die frühere Generation mit einer in einer Händlerausführung belegten Reifenfreigabe bis 32 mm; das 2026er Modell ist neu gestaltet und für bis zu 40 mm breite Slicks freigegeben.
  • Wähle nach Einsatzbereich: Für lange Straßenfahrten eignet sich das Infinito; Oltre, Specialissima und Impulso decken andere Schwerpunkte ab.
  • Vergleiche die konkrete Übersetzung: Für lange Touren zählt, ob die kleinste Gangstufe zu deinen Anstiegen und deiner Fahrweise passt; eine einheitliche Übersetzung gibt es nicht für alle Builds.
  • Lass Zubehörfreigaben bestätigen: Reifenfreiheit belegt weder Gepäckträgerösen noch eine vollständige Schutzblechmontage.
  • Vergleiche Geometriewerte statt nur Größenbezeichnungen: Stack und Reach helfen beim Abgleich mit deinem bisherigen Rad, ersetzen bei Unsicherheit aber keine Probefahrt oder Anpassung.

Quellen