All-Mountain-Bike kaufen: Tipps für die Auswahl

Ein All-Mountain-Bike ist ein Mountainbike mit mittlerem Federweg an Gabel und Hinterbau. Es liegt zwischen Trailbike und Endurobike und eignet sich für Fahrer, die mit einem Rad bergauf fahren und bergab anspruchsvolle Trails bewältigen wollen. Beim Kauf entscheiden Federweg, Gewicht und Geometrie. Sie müssen zu den Touren passen, die Sie tatsächlich fahren.

Für wen das All-Mountain-Bike passt

All-Mountain-Bikes richten sich an Fahrer, die abwechslungsreiches Gelände fahren: Anstiege über Forstwege oder Singletrails, danach Abfahrten mit Wurzeln, Steinen und Stufen. Wer regelmäßig im Mittelgebirge oder in den Alpen unterwegs ist und nicht zwischen mehreren Rädern wechseln will, bekommt mit dieser Kategorie ein Rad, das beide Richtungen abdeckt. Wer dagegen vor allem lange, flache Touren fährt oder nur auf Asphalt unterwegs ist, braucht kein All-Mountain-Bike. Die Federung kostet beim Treten Energie, und das Gewicht bremst auf ebenen Strecken.

Enduro-Bikes haben sich in den vergangenen Jahren zu schweren Abfahrtsmaschinen entwickelt. In günstigen Preisklassen wiegen sie oft über 16 Kilogramm. Das spüren Sie bei jedem Anstieg deutlich. Wer nicht vor allem Abfahrt fährt, ist mit einem All-Mountain-Bike besser beraten. Es bleibt leichter und bietet trotzdem genug Federweg für technische Abfahrten.

Federweg richtig wählen

Der Federweg gibt an, wie weit sich Gabel und Dämpfer einfedern lassen. Bei All-Mountain-Bikes liegt er im mittleren Bereich. Das reicht, um Wurzeln, Steine und kleinere Stufen zu schlucken, ohne dass das Rad beim Klettern zu stark auf der Federung liegt. Weniger Federweg spart Gewicht und macht das Bike agiler. Mehr Federweg gibt Sicherheit auf groben Abfahrten, macht das Rad aber schwerer und träger.

Achten Sie darauf, dass sich das Fahrwerk einstellen lässt. Eine Luftfederung passt sich über den Luftdruck an Ihr Körpergewicht an. Der Dämpfer sollte Einstellmöglichkeiten für Zugstufe und Druckstufe bieten. Damit stellen Sie das Fahrwerk für den Anstieg härter und für die Abfahrt weicher ein. Viele Modelle haben dafür einen Hebel am Lenker. Mit ihm können Sie die Federung für den Anstieg blockieren oder straffen. Das lohnt sich besonders auf langen Bergfahrten, weil Sie so keine Energie in die Federung stecken.

Gewicht und Klettertauglichkeit

Das Gewicht entscheidet darüber, wie mühelos Sie bergauf kommen. Günstige Enduro-Bikes wiegen oft über 16 Kilogramm. Das macht sich bei jedem Anstieg bemerkbar. Ein All-Mountain-Bike sollte deutlich unter dieser Marke bleiben, sonst verlieren Sie den Vorteil gegenüber der schwereren Kategorie. Vergleichen Sie die Gewichtsangaben der Hersteller. Achten Sie darauf, ob die Angabe ohne Pedale und mit oder ohne Tubeless-Reifen gilt.

Neben dem Gesamtgewicht spielen die Laufräder eine große Rolle. Leichtere Laufräder beschleunigen schneller und lassen sich beim Antreten leichter drehen. Tubeless-Reifen, also schlauchlose Reifen, sparen Gewicht und verringern das Risiko eines Platten. Die Flüssigkeit im Reifen dichtet kleine Löcher selbst ab. Viele Räder sind ab Werk tubeless vorbereitet. Sie müssen dann nur noch die Ventile und Dichtmilch nachrüsten.

Geometrie und Fahrverhalten

Die Geometrie bestimmt, wie sich das Rad in Kurven und auf steilen Passagen verhält. Ein flacher Lenkwinkel macht das Bike bei hoher Geschwindigkeit ruhig und stabil. Ein steiler Sitzwinkel sorgt dafür, dass Sie beim Klettern aufrecht sitzen und das Vorderrad nicht abhebt. Diese beiden Werte sind bei All-Mountain-Bikes auf ein ausgewogenes Verhältnis ausgelegt: stabil genug für die Abfahrt, effizient genug für den Anstieg.

Die Rahmengröße ist mindestens so wichtig wie die Geometrie. Sie sollten auf dem Rad stehen können, ohne dass das Oberrohr in den Schritt drückt. Im Sitzen sollten Sie bequem an Lenker und Bremsen kommen. Viele Hersteller bieten Größenrechner an, die auf Ihrer Körpergröße und Schrittlänge basieren. Nehmen Sie sich für die Probefahrt Zeit. Testen Sie das Rad nicht nur auf ebenem Grund, sondern auch auf einem Anstieg und einem Stück Trail, wenn das möglich ist. So spüren Sie, ob Sitzposition und Fahrwerk zu Ihnen passen.

Alu oder Carbon wählen

Aluminiumrahmen erleben seit 2024 ein Comeback. Sie sind günstiger als Carbon und bei gleicher Geometrie nur unwesentlich schwerer. Für den Einstieg und für Fahrer, die ein robustes Rad für den Alltag suchen, ist Alu die sinnvolle Wahl. Carbon spart Gewicht und dämpft Vibrationen stärker. Es kostet aber deutlich mehr. Wer das Budget hat und Wert auf geringes Gewicht legt, findet in Carbon die bessere Option. Entscheidend ist am Ende nicht allein das Rahmenmaterial, sondern die gesamte Ausstattung. Eine gute Federgabel und hochwertige Bremsen bringen mehr Fahrspaß als ein leichter Rahmen mit schwachen Komponenten.