Die richtige Größe finden
Ein Radhandschuh muss sitzen wie eine zweite Haut, ohne zu drücken oder zu verrutschen. Messen Sie dafür den Umfang Ihrer Hand an den Fingerwurzeln, ohne den Daumen, und vergleichen Sie den Wert mit der Größentabelle des Herstellers. Die Größen fallen je nach Marke unterschiedlich aus, deshalb zählt die jeweilige Tabelle mehr als eine feste Konfektionsgröße.
Der Sitz zeigt sich an den Fingerkuppen, der Handfläche und dem Handgelenk. Die Fingerkuppen erreichen das Ende des Handschuhs, ohne gegen das Material zu stoßen. Auf der Handfläche bildet sich keine Falte, denn jede Falte wird unter Druck zu einer Druckstelle. Der Klettverschluss am Handgelenk fixiert den Handschuh, ohne die Durchblutung einzuschränken.
Liegen Sie zwischen zwei Größen, wählen Sie die kleinere, sofern sich der Handschuh noch bequem anziehen lässt. Ein zu großer Handschuh verrutscht und reibt, ein zu kleiner drückt auf Dauer. Prüfen Sie vor dem Kauf die Rückgabebedingungen des Händlers, falls die Größe doch nicht passt.
Kurzfingerhandschuhe für den Sommer
Für warme Temperaturen sind Kurzfingerhandschuhe die erste Wahl. Sie lassen die Finger frei, damit Sie Schaltung und Bremse direkt bedienen, und der Handrücken aus dünnem Mesh-Gewebe leitet die Wärme ab. Der Handflächenbezug aus synthetischem Wildleder oder mit Silikonbedruckung sorgt auch bei schwitzigen Händen für sicheren Griff am Lenker.
Ein Schweißtupfer am Daumen dient zum Abwischen der Stirn, ohne die Hand vom Lenker zu nehmen. Abziehhilfen zwischen den Fingern erleichtern das Ausziehen des engen Handschuhs nach der Fahrt. Die Polsterung fällt bei Sommermodellen bewusst dünn aus, denn bei hohen Temperaturen zählt ein direkter Griffkontakt mehr als Dämpfung.
Windschutz für Übergang und Winter
Ab etwa zehn Grad kühlen die Finger im Fahrtwind schnell aus, und der Wind ist dabei der größere Faktor als die Lufttemperatur. Eine winddichte Membran an der Oberseite hält die Kälte besser ab als eine dicke Polsterung, deshalb sind Softshell-Handschuhe mit winddichtem Material die Standardwahl für die Übergangszeit. Für Fahrten im Regen gibt es Modelle mit wasserabweisender Beschichtung; völlig wasserdichte Handschuhe lassen bei Anstrengung von innen Feuchtigkeit entstehen, die nicht entweichen kann.
Für die Übergangszeit tragen Sie dünne, winddichte Langfingerhandschuhe, darunter Modelle mit Fleece-Innenfutter oder wärmedämmender Füllung. Für den Winter empfehlen sich gefütterte Handschuhe mit längerer Stulpe, die den Spalt zwischen Ärmel und Handschuh schließt. Touchscreen-taugliche Fingerspitzen sind praktisch, wenn Sie unterwegs das Smartphone bedienen wollen, ohne die Handschuhe auszuziehen.
Polsterung und Griffgefühl
Die Polsterung in der Handfläche verteilt den Druck, der beim Abstützen auf dem Lenker auf dem Handballen lastet. Entscheidend ist die Platzierung: Das Polster muss genau unter dem Handballen liegen und darf beim Griff nicht verrutschen. Zu viel Polsterung nimmt das Gefühl für den Lenker, und dicke Nähte drücken auf Dauer, deshalb gilt: so viel Dämpfung wie nötig, so wenig wie möglich.
Für lange Touren auf Rennrad oder Gravelbike sind stärker gepolsterte Handschuhe sinnvoll, weil Sie dort viel Gewicht auf den Händen abstützen. Auf dem Mountainbike zählen dagegen Grip und Beweglichkeit der Finger, dort sind dünne Handschuhe mit griffiger Beschichtung die bessere Wahl. Ein Handschuh kann Druck mindern, aber keine Taubheitsgefühle heilen: Wer regelmäßig kribbelnde Finger bekommt, sollte Sitzposition und Lenkerhöhe prüfen und bei anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat suchen.
Handschuhe richtig waschen
Radhandschuhe nehmen Schweiß und Schmutz auf und sollten nach intensiven Fahrten gewaschen werden. Schließen Sie vorher den Klettverschluss, sonst verhakt er sich mit anderen Textilien, und waschen Sie die Handschuhe im Schonwaschgang, am besten im Wäschesack. Weichspüler ist tabu, denn er greift die Griffbeschichtung und winddichte Membranen an.
Zum Trocknen genügt Luft, ein Wäschetrockner verformt die Polsterung und kann die Membranen beschädigen. Ziehen Sie die feuchten Handschuhe in Form und lassen Sie sie flach liegend trocknen. So bleiben Griffmaterial und Polsterung über mehrere Saisons erhalten.
Häufige Fragen
Wie finde ich die richtige Handschuhgröße?
Messen Sie den Umfang der Hand an den Fingerwurzeln ohne Daumen und vergleichen Sie ihn mit der Größentabelle des Herstellers. Die Größen fallen zwischen den Marken unterschiedlich aus, ein Klettverschluss am Handgelenk erlaubt zusätzliche Anpassung.
Welche Handschuhe passen zu welcher Jahreszeit?
Bei warmen Temperaturen reichen Kurzfingerhandschuhe. Für die Übergangszeit sind winddichte Langfingerhandschuhe aus Softshell die richtige Wahl, für den Winter gefütterte Modelle mit langer Stulpe.
Sind gepolsterte Handschuhe notwendig?
Auf längeren Touren verteilt die Polsterung den Druck auf dem Handballen und beugt Druckstellen vor. Wer viel auf unebenem Gelände fährt, greift besser zu dünnen Handschuhen mit griffiger Beschichtung.
Wie wasche ich Radhandschuhe richtig?
Schließen Sie den Klettverschluss, waschen Sie die Handschuhe im Schonwaschgang und verzichten Sie auf Weichspüler. An der Luft getrocknet und flach liegend in Form gezogen, behalten sie ihre Polsterung am längsten.
Kernaussagen
- Handumfang messen: Der Umfang an den Fingerwurzeln ohne Daumen, verglichen mit der Größentabelle des Herstellers, verhindert die meisten Fehlkäufe.
- Windschutz vor Dicke: Für Übergang und Winter hält eine winddichte Membran die Finger wärmer als eine dicke Polsterung.
- Polsterung nach Einsatz wählen: Lange Touren verlangen nach gepolsterten Handschuhen, Mountainbike nach dünnen, griffigen Modellen.
- Weichspüler weglassen: Er schädigt Griffbeschichtung und Membranen; Schonwaschgang und Lufttrocknen erhalten die Handschuhe.
- Keine Heilsversprechen: Handschuhe mindern Druck. Bei Taubheitsgefühlen ist die Anpassung der Sitzposition nötig.























