Die Reichweite Ihres E-Bikes hängt nicht nur von der Akkukapazität ab. Steigungen beeinflussen die Reichweite ebenso wie Gegenwind und Kälte. Auch Unterstützungsstufe und Fahrradpflege spielen eine Rolle. Mit passender Fahrweise und guter Akku-Pflege kommen Sie im Alltag mit jeder Ladung weiter.

Was die Reichweite bestimmt

Die Kapazität eines Akkus wird in Wattstunden (Wh) angegeben. Sie beschreibt, wie viel Energie der Akku speichern kann. Eine hohe Kapazität allein sagt keine feste Kilometerleistung voraus: Auch Strecke, Tempo, Zuladung und der Zustand von Reifen und Antrieb beeinflussen den Verbrauch.

Wie stark die Bedingungen die Reichweite beeinflussen, zeigt ein Test der Stiftung Warentest: Ein Akku mit 500 Wh reichte dort für rund 20 Kilometer bergauf mit maximaler Unterstützung oder rund 85 Kilometer auf ebener Strecke im Eco-Modus. Diese Werte gelten für die jeweiligen Testbedingungen und sind keine allgemeine Reichweitenzusage.

Für Ihre Planung sind vor allem diese Faktoren wichtig:

  • Unterstützungsstufe und eigene Tretleistung
  • Steigungen, Gegenwind und Geschwindigkeit
  • Gesamtgewicht, einschließlich Gepäck
  • Reifendruck und Kette sowie der allgemeine Zustand des Fahrrads
  • Außentemperatur und Alter des Akkus

Vergleichen Sie Ihre Reichweite auf Fahrten mit ähnlicher Strecke und ähnlichem Tempo. Achten Sie auch auf eine ähnliche Beladung, damit Unterschiede besser erkennbar werden. Notieren Sie bei Bedarf Temperatur, Unterstützungsstufe und Akkustand am Ende der Fahrt.

Mit einer Ladung weiter fahren

Passen Sie die Unterstützung an die Strecke an: Auf flachen, ruhigen Abschnitten reicht eine niedrige Stufe meist aus; an steilen Anstiegen oder bei starkem Gegenwind können Sie gezielt höher schalten. Wählen Sie außerdem einen passenden Gang, damit der Motor nicht bei langsamem Treten unnötig arbeiten muss.

Prüfen Sie regelmäßig den Reifendruck und halten Sie die Kette sauber und geschmiert. Weiche Reifen und ein schlecht gepflegter Antrieb erschweren das Fahren. Nehmen Sie außerdem nur das Gepäck mit, das Sie für die Fahrt brauchen. Diese Maßnahmen vermeiden unnötigen Energieverbrauch. Eine bestimmte zusätzliche Reichweite lässt sich dadurch nicht zusagen.

Akku passend laden

Sie müssen den Akku nicht vor jeder Fahrt vollständig laden. Sie können moderne E-Bike-Akkus auch teilweise laden. Das schadet ihnen nicht und verursacht keinen Memory-Effekt, also keinen scheinbaren Verlust an nutzbarer Kapazität, wie ihn ältere Akkutechnologien kennen. Laden Sie nach Bedarf und vermeiden Sie, den Akku vollständig leer zu fahren.

Verwenden Sie das Ladegerät, das der Hersteller freigibt, und beachten Sie die Bedienungsanleitung. Lassen Sie einen kalten Akku vor dem Laden erst aufwärmen. Stellen Sie den Akku zum Laden an einen trockenen, gut belüfteten Ort und lassen Sie ihn nicht in praller Sonne oder großer Hitze liegen.

Bei Kälte und längeren Pausen

Kälte verringert die verfügbare Leistung und damit häufig die Reichweite. Nehmen Sie den Akku bei längeren Pausen in der Kälte mit, wenn das für Ihr Modell vorgesehen ist. Eine isolierende Akkuhülle kann bei Winterfahrten vor dem Auskühlen schützen. Sie ersetzt jedoch nicht die Herstellerhinweise zum Laden und Lagern.

Wenn Sie das E-Bike längere Zeit nicht nutzen, lagern Sie den Akku an einem trockenen Ort bei gemäßigter Temperatur. Als Orientierung nennen manche Empfehlungen einen mittleren Ladestand von etwa 30 bis 60 Prozent. Die Angaben unterscheiden sich je nach Akku. Maßgeblich ist deshalb die Anleitung des Herstellers. Vermeiden Sie auch im Sommer, den Akku längere Zeit in der prallen Sonne am Fahrrad zu lassen.

Wenn die Reichweite sinkt

Eine geringere Reichweite bedeutet nicht automatisch, dass der Akku defekt ist. Prüfen Sie zuerst den Reifendruck und die Kette. Kontrollieren Sie auch Beladung und Unterstützungsstufe. Vergleichen Sie außerdem Strecke und Wetter mit früheren Fahrten. Achten Sie auch darauf, ob sich Ihr Fahrtempo verändert hat.

Mit der Zeit verliert jeder Akku an Kapazität. Ein festes Alter für den Austausch lässt sich daraus nicht ableiten, denn Nutzung und Lagerung unterscheiden sich, ebenso die tatsächlich gefahrene Strecke. Eine Werkstatt kann den Zustand des Akkus prüfen und die verbleibende Kapazität messen.

Lassen Sie einen Akku nach einem Sturz von einer Fachwerkstatt prüfen, bevor Sie ihn weiterverwenden oder laden. Öffnen Sie das Gehäuse nicht selbst und tauschen Sie keine Zellen aus. Dabei besteht Verletzungs- und Brandgefahr.